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75. Jahrestag Attentatsversuch auf Hitler durch Generalmajor Freiherr von Gersdorff

Er wollte mithelfen, das Nazi-Regime zu beseitigen.

Gedenken an den Widerstand gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime.

Bereits 1941 hatte sich Generalmajor Freiherr von Gersdorff zur Heeresgruppe Mitte als Verbindungsoffizier der Abwehr versetzen lassen, um sich dem Widerstandskreis von Oberst von Tresckow anzuschließen. Dieser zählte zu den führenden Köpfen des militärischen Widerstands und arbeitete seit Anfang 1942 an Attentatsplänen. Am 13. März 1943 platzierten von Tresckow und Fabian von Schlabrendorff eine Haftmine in Hitlers Flugzeug. Doch zündete diese während des Flugs nicht wie geplant.

Daraufhin entschloss sich Freiherr von Gersdorff, ein Selbstmordattentat auf die Nazi-Führung kurze Zeit später in Berlin auszuüben. Hitler sollte am 21. März 1943 eine Ausstellung von Beutewaffen im Berliner Zeughaus eröffnen. Freiherr von Gersdorff war als Ausstellungsbegleiter vorgesehen und  sollte Hitler sowie weitere Nazis, u.a. Hermann Göring und Heinrich Himmler, durch die Ausstellung führen.
Freiherr von Gersdorff hatte für das Attentat zwei britische Splitterminen in der Manteltasche. Den Zünder hatte er nach dem Eintreffen Hitlers aktiviert und er wäre frühestens nach zehn Minuten hochgegangen. Doch dann eilte Hitler durch die Ausstellung und war nach zwei Minuten bereits wieder aus dem Gebäude verschwunden. Der Generalmajor konnte daraufhin den Zünder gerade noch rechtzeitig entschärfen.

Nach der gescheiterten Aktion wurde er unmittelbar an die Ostfront zurückbeordert, blieb aber weiter aktiv im Widerstandskreis. Für das Attentat am 20. Juli 1944 im Führungshauptquartier in der Wolfsschanze durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg hatte Freiherr von Gersdorff Sprengstoff und Zünder besorgt. Nach dem gescheiterten Versuch überlebte er als einer von wenigen Angehörigen der Wehrmacht im aktiven Widerstand gegen das Nazi-Regime.

Nach der Freilassung aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft engagierte er sich u.a. im Johanniterorden und war Gründungspräsident der Johanniter-Unfall-Hilfe.
1979 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz.