Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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70 Jahre Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands

Die Währungsreform von 1948 zählt zu den wichtigsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen der deutschen Nachkriegszeit

Am 20. Juni 1948 trat in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands die Währungsreform in Kraft. Die Deutsche Mark (DM) löste die kriegsbedingt wertlose Reichsmark und die Rentenmark ab und wurde zur neuen Währung. 

Jeder Bürger bekam am 20. Juni 1948 40 Deutsche Mark als Sofortausstattung. Ebenso erhielten die Wirtschaft und die öffentliche Hand Barbestände. Sämtliche Barbestände von Reichsmark, Rentenmark oder Marknoten der alliierten Militärbehörden mussten auf ein Reichsmarkkonto, das zuvor beantragt werden musste, eingezahlt werden. Die Reichmarkkonten wurden geprüft und in fallabhängigem Kursverhältnis auf Deutsche Mark umgestellt. 

Sparer der alten Zahlungsmittel machten Verluste. Besitzer von Immobilien oder Sachwerten waren im Vorteil.

Ziel der Reform war es, den Werteverfall der Reichsmark, die Hyperinflation zu stoppen und den ausufernden Schwarzmarkt zu beenden. Die neue Währung sollte die Grundlage für eine funktionsfähige Marktwirtschaft bilden mit einer unabhängigen Zentralbank und einem stabilen Geschäftsbankensystem. Die Geldfunktionen sollten dabei verstärkt, die Rationierung von Gütern aufgehoben und feste Wechselkurse eingeführt werden. Ludwig Erhard, der Leiter der Sonderstelle Geld und Kredit im hessischen Bad Homburg, die die Währungsreform seit 1947 vorbereitete, verkündete am 20. Juni 1948 zudem die Freigabe der Preise. Mit dieser Preisaufhebung schuf Ludwig Erhard erst die Grundvoraussetzung dafür, dass sich ein neuer Markt entwickeln konnte.

Ohne die von Ludwig Erhard entwickelte Soziale Marktwirtschaft wäre der Erfolg der DM jedoch nicht möglich gewesen. Der neu entstandene Markt sollte nach Erhards Vorstellungen nicht allein den Wirtschaftskräften überlassen werden, sondern sollte durch den Staat reguliert und die Macht der Unternehmen begrenzt werden. Die Soziale Marktwirtschaft sollte gleichzeitig dafür sorgen, dass möglichst alle Bürger am Wohlstand („Wohlstand für alle“) teilhaben sollten.

Der Erfolg der DM und der Sozialen Marktwirtschaft trugen letztendlich wesentlich dazu bei, den Aufbau und die Entwicklung von demokratischen Strukturen in der Gesellschaft in den westdeutschen Zonen bzw.  in der Bundesrepublik Deutschland zu fördern und zu stabilisieren.  „Das Wissen um den Erfolg der harten DM-Währung sollte nicht in Vergessenheit geraten. Die Währungshüter des EURO müssen diese Wechselwirkung des Vertrauens in Währung und politischen EURO-Raum im Blick haben. Wenn dem kleinen Sparer das Ersparte durch eine zunehmende Inflation weggeschmolzen wird, wird dieser möglicherweise auch das Vertrauen in das gemeinsame Haus Europa verlieren“, so Dr. Alexander Jehn, Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung.