Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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50. Jahrestag Niederschlagung des Prager Frühlings

Am 21. August 1968 marschierten Truppen des Warschauer Pakts unter der Führung der Sowjetarmee mit rund 500.000 Soldaten in der Tschechoslowakei ein. Dadurch wurden die Reformbemühungen der Kommunistischen Partei unter der Führung von Alexander Dubček, die seit dem Frühjahr 1968 (Prager Frühling) eingeleitet worden waren, unmittelbar gestoppt. Dubček hatte einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ durchsetzen wollen, der den Menschen in seinem Land mehr Rechte und Freiheiten gewähren sollte. Dazu gehörten die Garantie von Grundrechten wie Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit und die Zulassung anderer Parteien. Die zentral organisierte Planwirtschaft sollte durch mehr Freiheiten für die Betriebe gelockert werden. Außerdem war geplant, dass die in den Jahren zuvor politischen Verurteilten freigelassen werden sollten. Die Herrschaft der Kommunistischen Partei sollte jedoch unumstritten bleiben. 

Breite öffentliche Zustimmung erhielt auch das im Juni 1968 veröffentlichte "Manifest der 2000 Worte". In dem von Intellektuellen und Künstlern unterzeichneten Text wurden die vergangenen Jahre der kommunistischen Herrschaft kritisiert und eine Beschleunigung des Demokratisierungsprozesses gefordert. 

Es kam infolge der militärischen Besetzung des Landes immer wieder zu Schießereien und Auseinandersetzungen zwischen den Besatzern und der Bevölkerung, bei denen in den folgenden Wochen rund 500 Menschen ums Leben kamen.

Folgt man der kommunistischen Ideologie, übt im Sozialismus die Arbeiterklasse unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei und im Bündnis mit der Bauernschaft und anderen Werktätigen die Staatsmacht im Interesse und zum Wohle des ganzen Volkes aus. Der Sozialismus sei die feste Grundlage für Frieden und freundschaftliches Zusammenleben der Völker. 

„Der Prager Frühling war letztlich der einbrechende Winter für den Kommunismus. Panzer lösten die Zukunftsfragen der tschechoslowakischen Gesellschaft. Freiheit und Menschenrechte, Frieden und individuelles Wohl des Einzelnen waren für die kommunistischen Machthaber im Kreml und in den sozialistischen Bruderländern des Warschauer Paktes bestenfalls theoretische Floskeln. Die wahren Argumente des Kommunismus waren Panzerketten. Das Ende des „Prager Frühlings“ bedeutete auch das Ende der Hoffnungen, das kommunistische Herrschaftssystem könne sich von innen heraus reformieren,“ so der HLZ-Direktor Dr. Alexander Jehn.