Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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50. Jahrestag des Anschlags auf den Studentenführer Rudi Dutschke

Rudi Dutschke war Wortführer und Symbolfigur der Außerparlamentarischen Opposition (APO) und der Studentenbewegung Ende der 1960er in der Bundesrepublik Deutschland. 

Als Mitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) initiierte und organsierte er Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, gegen die Große Koalition aus CDU und SPD (1966-1969), gegen die Notstandsgesetze, gegen den Axel-Springer-Konzern und für eine Hochschulreform. Dadurch sollte das „Establishment“ provoziert und die Konfrontation mit der Staatsgewalt gesucht werden. Der Besuch des Schahs von Persien (Iran) in Deutschland und der Tod von Benno Ohnesorg 1967 führte dabei zu einer Radikalisierung eines Teils der Protestbewegung. Das Attentat auf Rudi Dutschke am 11. April 1968 aus dem rechten Spektrum verschärfte dies noch. In mehreren deutschen Städten kam es in den folgenden Tagen zu Demonstrationen und z.T. Straßenschlachten (Osterunruhen), die sich vor allem gegen den Axel Springer Verlag und den Berliner Senat richteten.  

Rudi Dutschke selbst lehnte jedoch Gewalt und terroristische Anschläge als Mittel grundsätzlich ab. Dies betonte er auch später (die Terroranschläge der Roten-Armee-Fraktion (RAF) bezeichnete er als „Zerstörung der Vernunft“), als ihm vorgeworfen wurde, durch die Demonstrationen und Proteste den Boden für die RAF-Verbrechen mit vorbereitet zu haben.

Für eine Demokratie ist es notwendig, dass man sich mit schwierigen Themen in einer stets in Veränderung begriffenen Gesellschaft auch kontrovers auseinandersetzt und alternative Lösungen von Problemen offen diskutiert werden. Rudi Dutschke, durch den Anschlag erst recht zur Symbolfigur der „68er“ geworden, schätzte als christlicher Sozialist, gerade auch nach seinem Umzug 1961 von der DDR nach West-Berlin, die Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland hoch ein. Die Möglichkeiten, sich mit friedlichen Mitteln, mit Protesten, Demonstrationen und Diskussionen Gehör für seine Meinung in einer Gesellschaft zu verschaffen, nutzte er, um die noch junge westdeutsche Demokratie wachzurütteln.