Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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250. Geburtstag: Napoleon Bonaparte

An Napoleon scheiden sich die Geister: Für die einen gilt er als genialer Kriegsherr, als Bewahrer der Errungenschaften der Französischen Revolution und als Wegbereiter der Moderne; für die anderen gilt er als Kriegsverbrecher, als Unterdrücker Europas und als Zerstörer von bestehenden Herrschaftsstrukturen. Geblieben ist die Faszination seiner Persönlichkeit und seines Wirkens.

Am 15. August 1769 in Ajaccio auf Korsika als Napoleone Buonaparte geboren, begann er seine militärische Karriere bereits mit neun Jahren auf der königlichen Militärschule von Brienne in der Champagne. Mit dem Wechsel auf die École militaire in Paris 1784 setzte er die militärische Laufbahn fort. Im Laufe der Französischen Revolution arbeitete sich Napoleon vor allem durch seine militärischen Erfolge gegen die Royalisten und in den Koalitionskriegen sowie auf den Feldzügen in Italien 1797 und 1798/1799 zum populärsten General Frankreichs hoch.

Dank seiner großen Beliebtheit in der Armee und im Volk konnte er im November 1799 die Revolutionsregierung stürzen. Am 13. Dezember 1799 ließ er sich für zehn Jahre zum obersten Konsul (1802 auf Lebenszeit) wählen, wodurch er praktisch die alleinige Macht ausübte. Napoleon zentralisierte Frankreich und führte fundamentale Reformen in der Justiz, in der Verwaltung, in der Bildung und im Militär durch. 1804 wurde der „Code civil“, das erste bürgerliche Gesetzbuch Frankreichs, veröffentlicht. Damit wurden zahlreiche Errungenschaften der Französischen Revolution festgeschrieben, z.B. die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz, die Freiheit des Individuums und des Eigentums, die Abschaffung feudaler Gesellschaftsstrukturen und die Trennung von Kirche und Staat. Im selben Jahr krönte er sich in Notre Dame in Paris selbst zum Kaiser und sah sich in der Tradition von Karl dem Großen als Universalherrscher Europas.

Jacques-Louis David: Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard
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Als Kaiser Napoleon I. setzte er seine Expansionspolitik ab 1805 fort, siegte mit der französischen Armee in zahlreichen Schlachten u.a. gegen Österreich, Russland und Preußen und errang für einige Zeit die Herrschaft über einen großen Teil Kontinentaleuropas. In eroberten Gebieten, besonders in Deutschland, ordnete er grundlegende Gebiets- und Rechtsreformen an, die u.a. auch die Auflösung des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation 1806 zur Folge hatte. Durch Letzteres wurde die staatliche Gestaltung Mitteleuropas zu einer der zentralen Fragen im Laufe des 19. Jahrhunderts.

Der Russland-Feldzug 1812, zu dem er Armeen aus fast allen Teilen seines Herrschaftsbereichs zwangsverpflichtete, wurde für Napoleon zu einem Desaster. Von den anfänglich rund 450.000 Soldaten kehrten lediglich 18.000 zurück. Russland verbündete sich daraufhin mit Preußen und Österreich. In der „Völkerschlacht“ von Leipzig 1813 besiegten die Alliierten die französischen Truppen.

Mit der Eroberung von Paris im März 1814 durch die Alliierten (Russland, Preußen, Österreich, Schweden und Großbritannien) und Napoleons Verbannung nach Elba im Mai 1814 schien seine Herrschaft am Ende. Während des Wiener Kongresses 1814/1815 zur Friedens- und Neuordnung Europas gelang es Napoleon jedoch im März 1815, eine neue Armee aufzustellen und wieder die Macht in Frankreich zu übernehmen. In der Entscheidungsschlacht am 18. Juni 1815 bei Waterloo unterlag Napoleon dann aber endgültig den Alliierten. Die Briten verbannten ihn schließlich auf die englische Insel St. Helena im Südatlantik. Dort starb Napoleon am 5. Mai 1821. 1840 fand er seine letzte Ruhestätte im Invalidendom in Paris.

Jean-Auguste-Dominique Ingres:
Napoleon I auf seinem kaiserlichen Thron
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In der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung können folgende Publikationen zum Thema bestellt werden:

Matthias von Hellfeld: Das lange 19. Jahrhundert

Joachim Whaley/Johann Chapouto: Unsere Geschichte. Deutschland 800 bis heute