Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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100. Jahrestag Waffenstillstand von Compiègne 1918

Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich &
Irina Renz: 1918. Die Deutschen zwischen
Weltkrieg und Revolution

Am Morgen des 11. November 1918 unterzeichneten Matthias Erzberger und Ferdinand Foch in einem Eisenbahn-Salonwagen im Wald von Compiègne den Waffenstillstand, der noch am selben Tag in Kraft trat. Gegen 11.00 Uhr gaben Trompetensignale das Ende des Ersten Weltkrieges bekannt.
Aufgrund der drohenden militärischen Niederlage an der Westfront hatte die Oberste Heeresleitung (OHL) am 29. September 1918 die Einleitung von Waffenstillstandsverhandlungen gefordert. Nach mehrwöchigen Gesprächen zwischen der neuen Reichsregierung unter Max von Baden und US-Präsident Woodrow Wilson und der Verabschiedung von parlamentarischen Reformen im Deutschen Reich begannen am 8. November 1918 die Waffenstillstandsverhandlungen im Hauptquartier des französischen Marschalls Ferdinand Foch nördlich von Paris.
Der alliierte Oberbefehlshaber Marschall Foch ließ den deutschen Vertretern bei seinen Forderungen für einen Waffenstillstand keinen Spielraum. U.a. sollten die Kriegshandlungen sechs Stunden nach Vertragsunterzeichnung eingestellt werden. Alle deutschen Truppen mussten sich binnen 15 Tagen aus sämtlichen besetzten Gebieten zurückziehen. Danach sollten die linksrheinischen Gebiete durch französische Truppen besetzt werden. Außerdem sollten die Deutschen umfangreich Waffen, Lokomotiven, Eisenbahnwaggons, U-Boote, Schiffe etc. an die Entente übergeben. Und der Friedensvertrag von Brest-Litowsk sollte annulliert werden. Die deutsche Delegation unter der Leitung von Matthias Erzberger wurde nach Rücksprache mit Reichskanzler Friedrich Ebert und dem Chef der Obersten Heeresleitung, Paul Hindenburg, angewiesen, den Waffenstillstand anzunehmen. Der Vertrag wurde schließlich am 11. November zwischen 5:12 Uhr und 5:20 Uhr französischer Zeit unterzeichnet.
Der Waffenstillstand wurde dreimal verlängert und mündete letztendlich im Friedensvertrag von Versailles, der am 28. Juni 1919 von der deutschen Delegation unterzeichnet wurde. Deutschland wurde die alleinige Kriegsschuld zugeschrieben. Die Alliierten besetzten die linksrheinischen Gebiete. Deutschland musste rund 14 Prozent seiner Fläche abtreten. Außerdem mussten hohe Reparationszahlungen geleistet werden.
Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags endete der Erste Weltkrieg völkerrechtlich.
Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung bietet zum Ersten Weltkrieg folgende Publikationen an:
Sönke Neitzel: Weltkrieg und Revolution. 1914-1918/19.
Gerhard Hirschfeld u.a.: 1918. Die Deutschen zwischen Weltkrieg und Revolution.
Volker Berghahn: Der Erste Weltkrieg.