Hessische Landeszentrale für politische Bildung
HLZ – Politische Bildung in und für Hessen
Bild Deine Demokratie

"Einmischen, beteiligen, mitreden":
Zum 100. Geburtstag von Heinrich Böll

"Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben." (Heinrich Böll 1977)

Heinrich Böll, ein Schriftsteller, der sich in seinen Romanen, Kurzgeschichten, Hörspielen und zahlreichen politischen Essays kritisch mit der Vergangenheit und Gegenwart der Bundesrepublik Deutschland auseinandersetzte.

Er beteiligte sich leidenschaftlich an öffentlichen Diskussionen und stritt sich mit den verschiedenen politischen Lagern. Als Humanist setzte er sich für Flüchtlinge aus Vietnam und Dissidenten aus Osteuropa ein. Mit seiner Literatur wollte er die Menschen erreichen, wollte Bewusstsein schaffen und perspektivisch auch das Bewusstsein verändern. "Ich lebe hier, und ich möchte hier Veränderungen des öffentlichen Bewusstseins bewirken", so Heinrich Böll 1972.

Im selben Jahr erhielt er den Nobelpreis für Literatur als Würdigung seiner literarischen Arbeit, "die durch ihren zeitgeschichtlichen Weitblick in Verbindung mit ihrer von sensiblem Einfühlungsvermögen geprägten Darstellungskunst erneuernd im Bereich der deutschen Literatur gewirkt hat".

"Böll ist keine einfache Person, eher ein selbstbewusster 'Gegen-den-Strom-Schwimmer' mit dem sicheren Etikett des Unbequemen. Demokratien brauchen Personen wie Böll, denn nur durch die offene Diskussion, das Stoßen an Ecken und Kanten, entwickelt sich eine freie Gesellschaft weiter", so HLZ-Direktor Dr. Alexander Jehn.

Heinrich Böll gilt als wichtigster Autor der deutschen Nachkriegsliteratur. Zu seinen Hauptwerken zählen u.a. Wo warst du, Adam? (1951), Und sagte kein einziges Wort (1953), Haus ohne Hüter (1954), Irisches Tagebuch (1957), Doktor Murkes gesammeltes Schweigen und andere Satiren (1958), Billard um halbzehn (1959), Ansichten eines Clowns (1963), Ende einer Dienstfahrt (1966), Gruppenbild mit Dame (1971) und Die verlorene Ehre der Katharina Blum (1974).