Hessische Landeszentrale für politische Bildung
HLZ – Politische Bildung in und für Hessen
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Rückblende Gegen das Vergessen e.V. Volkmarsen

Nach Vorarbeit einer kleinen Gruppe seit Anfang der 1990er Jahre erfolgte 1995 die offizielle Gründung als „e.V.“ durch 20 Mitglieder. Dem Verein gehören (Stand Dezember 2014)

143 Mitglieder aus 30 verschiedenen Orten in Nordhessen und Ostwestfalen an.

Der Verein tritt ein für Toleranz und Achtung der Menschenwürde, gegen Gewalt, Rassenhass und Ausgrenzung von Minderheiten. Wir wollen Wissen vermitteln, zum Nach-Denken anregen und durch die Vermittlung historischen Wissens die persönliche Urteilsfähigkeit stärken. Mit unserer Geschichtswerkstatt möchten wir erreichen, dass es keine „weißen Flecken“ mehr in der regionalen Geschichtsschreibung gibt und dass ein Verdrängen, Vergessen, Verfälschen und Verleugnen wesentlicher Teile unserer Geschichte nicht mehr möglich ist.

Schwerpunkte der Vereinsarbeit

  • Erforschung und Dokumentation der Geschichte deutsch-jüdischer Familien und der Ereignisse während der NS-Herrschaft sowie weitere zeitgeschichtliche Abläufe zu Themen wie z.B. Widerstand in der NS-Zeit, Zwangsarbeiter, Euthanasie, Kriegsgefangene etc.
  • Aufbau und Pflege von Kontakten mit den emigrierten Familien
  • Auffindung und Bewahrung der Zeugnisse deutsch-jüdischer Kultur in der Region (ehem. Landkreise Wolfhagen und Waldeck)
  • Aufzeichnung, Aufarbeitung und Veröffentlichung von Lebenserinnerungen der Zeitzeugen
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Information über die NS-Zeit und die Schicksale jüdischer Bürger und anderer Verfolgter
  • Enge Zusammenarbeit mit gleichgesinnten Gruppen und Institutionen.

Träger/Initiative

Rückblende Gegen das Vergessen e.V., 34471 Volkmarsen mit Geschichtswerkstatt Rückblende

Angebote für Jugendliche und Erwachsene, Schulen, Vereine etc.

Geschichtswerkstatt Rückblende: Informations- und Dokumentationszentrum zur deutsch-jüdischen Lokal- und Regionalgeschichte.

Die Dauerausstellung „Deutsch-Jüdisches Leben in unserer Region im Lauf der Jahrhunderte“ in der Villa Dr. Bock vermittelt umfangreiches Wissen über die früher in vielen Städten und Dörfern der Region ansässigen jüdischen Einwohner.

Zahlreiche Exponate, Dokumente, Fotos, Zeitungsberichte und Auszüge aus Briefen schildern das Zusammenleben mit den nichtjüdischen Nachbarn. Persönliche Kurzberichte aus den Lebenserinnerungen jüdischer Zeitzeugen sowie verschiedene Video-Aufzeichnungen bieten eindrucksvolle Einblicke in die Lebenswege jüdischer Menschen aus der Region.

Dokumente, Zeitzeugenberichte und aussagekräftige Installationen geben Aufschluss über die Zeiten der Verfolgung, der Deportationen und der Massenmorde in den Vernichtungslagern.

Der letzte Teil der Ausstellung berichtet über die langjährige Arbeit des „ Brückenbauens“ und die Besuche zahlreicher Gäste aus dem In- und Ausland.

Weitere Angebote

  • Stadtführungen mit verschiedenen Schwerpunktthemen, z.B. „Auf den Spuren der früheren jüdischen Einwohner“, „Stadtgeschichte/Stadtbefestigung, mittelalterliche Bauwerke, Keller etc.
  • Führung zur Gedenkstätte „zerstörter jüdischer Friedhof“
  • Führung in die 2013/2014 wiederentdeckte, ca. 500 Jahre alte spätmittelalterliche Schachtmikwe (jüdisches Ritualbad)
  • Workshops und Vorträge mit verschiedenen zeitgeschichtlichen
  • Themenschwerpunkten

Öffnungszeiten der Ausstellung

Jeden ersten Sonntag im Monat von 14 – 17 Uhr.
Weitere Besuchstermine – insbesondere auch für Schulklassen, Vereine und sonstige Gruppen – können jederzeit vereinbart werden.

Standort

Geschichtswerkstatt Rückblende in der Villa Dr. Bock,
Kasseler Straße 6, 34471 Volkmarsen

Internet

www.rueckblende-volkmarsen.de
Mail: info@rueckblende.de

Publikationen

Ernst Klein: „Verschwundene Nachbarn – Verdrängte Geschichte“
Eine Dokumentation als Begleitbuch zur Dauerausstellung (304 Seiten) September 2012

Ernst Klein: „Altes mit jungen Augen sehen“
Volkmarsen – meine Stadt mit Geschichte und Gegenwart
(110 Seiten) Dezember 2013

Ernst Klein / Mechthild Walbrecher (Hrsg.):
„Stacheln im Honig“ – Joel Dorkam – Dispeker
Eine deutsch-israelische Familiengeschichte
(352 Seiten, Schüren-Verlag Marburg)

Villa Dr. Bock mit Geschichtswerkstatt
Raum 1 Geschichtswerkstatt
Raum 3 – Nachstellung des am 9. November 1938 verwüsteten Zimmers der Familie Lichtenstein
Raum 7 – Verfolgung, Ausgrenzung, Deportation
Schachtmikwe
Ausschnitt Gedenkmauer am jüdischen Friedhof

Zuständiges Referat

Dieses Thema wird von Referat 2/III bearbeitet.