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Gelnhausen

Ehemalige Synagoge Gelnhausen

Die Plastik der deutsch-israelischen Künstlerin Dina Kunze setzt sich mit Lessings Ring-Parabel auseinander.

Bereits 1337 wurde eine Synagoge in Gelnhausen erstmals urkundlich erwähnt, ein Neubau auf dem jetzigen Grundstück erfolgte 1601, fiel jedoch den Wirren des Dreißigjährigen Krieges zum Opfer. Die in der heutigen Altstadt gelegene, 1656 erbaute Synagoge entging in der Pogromnacht des 9. November 1938 der Zerstörung, da der letzte Vorsteher der Gelnhäuser jüdischen Gemeinde im Einvernehmen mit der jüdischen Behörde in Hanau das Gebäude kurz zuvor an christliche Privatleute verkauft hatte. Bereits im September 1938 hatte die jüdische Gemeinde aufgehört zu bestehen, nachdem ihre letzten noch verbliebenen Mitglieder infolge immer stärker werdender Anfeindungen den Ort hatten verlassen müssen.

Nach dem Kauf durch die Stadt Gelnhausen im Jahre 1981 und anschließenden umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde das Synagogengebäude 1986 als kulturelles Zentrum für Konzerte und Kunstausstellungen der Öffentlichkeit übergeben. Das Veranstaltungsangebot umfasst regelmäßig auch Konzerte jüdischer Komponisten sowie jüdischer Musikerinnen und Musiker. Eine Dauerausstellung gibt Auskunft über die Geschichte des Gebäudes selbst sowie die Geschichte der Gelnhäuser jüdischen Gemeinde. Hervorzuheben ist der vollständig erhaltene barocke Thoraschrein, welcher die unterschiedlichen Nutzungen und den Verfall des Hauses nach 1945 ohne Schaden überstanden hat.

Außer während der zahlreichen Veranstaltungen kann die ehemalige Synagoge sowohl im Rahmen von Stadtführungen als auch nach Vereinbarung besucht werden. Erwähnenswert ist darüber hinaus der jüdische Friedhof, dessen ältester datierter Grabstein aus dem Jahr 1616 stammt.

Die Plastik der deutsch-israelischen Künstlerin Dina Kunze vor der ehemaligen Synagoge Gelnhausen setzt sich mit Lessings Ring-Parabel, der Aufforderung zur Toleranz unter den Weltreligionen, auseinander.

Publikation

Geschichtsverein Gelnhausen (Bearb.): Ehemalige Synagoge Gelnhausen. Widmung als kulturelle Begegnungsstätte 25. September 1986. Festschrift. Hrsg.: Magistrat der Barbarossastadt Gelnhausen. Gelnhausen 1986.

Informationen

Standort

Ehemalige Synagoge Gelnhausen
Brentanostraße
63571 Gelnhausen

Träger

Magistrat der Barbarossastadt
Obermarkt 7
63571 Gelnhausen

Ansprechpartner

Thomas Appl
Telefon: +49 (0) 60 51 83 01 80
Fax: +49 (0) 60 51 83 01 83
E-Mail: t.appl@gelnhausen.de

Öffnungszeiten

bei Veranstaltungen und nach Vereinbarung

Zuständiges Referat

Dieses Thema wird von Referat 2/III bearbeitet.