Hessische Landeszentrale für politische Bildung
HLZ – Politische Bildung in und für Hessen
HLZ Gebäude

Geschichte & Zeitgeschichte

Geschichte

Der Bildungsauftrag der Hessischen Landeszentrale weist über die engere Landesgeschichte hinaus. Denn politisches Urteilen setzt das Fundament eines umfassenden historischen Grundwissens voraus. Daher gehört die Vermittlung historischer Kenntnisse und geschichtlicher Orientierung zu den Kernaufgaben der politischen Bildung.

Nach dem Ende des Ost-Westkonfliktes und der Herstellung der Deutschen Einheit muss Deutschland seine neue Rolle als gleichberechtigtes Glied der Völkerfamilie finden und eine stärkere internationale Verantwortung übernehmen. Das Bedürfnis nach einer historischen Standortbestimmung ist in diesem Prozess vor allem in der Außenpolitik größer denn je. Die Landeszentrale versucht im Rahmen ihrer Bildungsmaßnahmen dieser Nachfrage mit Tagungen und Publikationen zur Geschichte der internationalen Beziehungen und der Völker Europas bzw. Osteuropas Rechnung zu tragen.

Die Epochen und Schlüsselthemen der mittleren, neueren und neuesten Geschichte der Deutschen bleiben jedoch im Zentrum ihrer Arbeit. Wie wichtig eine intensive politische Bildungsarbeit gerade auf diesem Feld ist, ergibt sich schon daraus, dass politische Kontroversen immer stärker als Geschichtsdebatten geführt, historische Kontroversen immer heftiger politisiert werden.

Diese Geschichtsdebatten bedürfen einer um Objektivität bemühten Moderation, einer fachwissenschaftlichen Begleitung durch ausgewiesene Historiker und einer sorgfältigen Dokumentation, zu denen die Hessische Landeszentrale für politische Bildung im Rahmen ihrer Aktivitäten beiträgt.

Zeitgeschichte

Die Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte und die Aufklärung über Diktatur und totalitäre Herrschaft sind wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung freiheitlich-demokratischen Bewusstseins und zählen zu den zentralen Aufgaben politischer Bildung. Sie waren daher schon vor mehr als 40 Jahren ein entscheidendes Motiv für die Gründung der Hessischen Landeszentrale, als es nach dem Untergang der Weimarer Republik und der Überwindung des Nationalsozialismus galt, dem Gedanken der freiheitlichen Demokratie zum Durchbruch zu verhelfen. Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung ist daher traditionell auf dem Feld der Zeitgeschichte stark engagiert.

Seit 1993 ist die Arbeit des Landes Hessen für die "Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus" bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung zentralisiert und wird von hier aus koordiniert. Die Landeszentrale konnte dabei an die Erfahrungen anknüpfen, die sie bereits in den 80er Jahren bei der Förderung hessischer Gedenkstätten und Gedenkstättenfahrten gemacht hatte. Das Engagement der Hessischen Landeszentrale umfasst derzeit die Förderung hessischer Gedenkstätten (u.a. Breitenau und Hadamar), die Durchführung gemeinsamer Bildungsmaßnahmen mit diesen Einrichtungen sowie die Förderung und Unterstützung von Gedenkstättenbesuchen und entsprechenden Projekten hessischer Schul-, Jugend- und Erwachsenengruppen. Über die Gedenkstättenarbeit hinaus stehen die Aufklärung über den Nationalsozialismus und seine Verbrechen im Mittelpunkt zahlreicher wissenschaftlicher Fachtagungen, Seminare, öffentlicher Vorträge und Zeitzeugengespräche der HLZ. Dabei geht es sowohl um die Vermittlung von Grundlagenwissen und neuesten Forschungsergebnissen zum Nationalsozialismus und zur NS-Diktatur als auch um eine stärkere Beachtung der Lokal- und Regionalforschung zu diesem Themenkomplex unter Aspekten der Landesgeschichte.

Informationen über die kommunistischen Diktaturen Osteuropas und die Aufarbeitung des SED-Unrechtstaates sind fester Bestandteil der pädagogischen und publizistischen Arbeit der Hessischen Landeszentrale. Dazu zählen u. a. die historische Analyse der DDR und der kommunistischen Regime, der Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands sowie der_ Dialog mit der Bürgerrechtsbewegung und den Opfern der SED-Diktatur. Darüber hinaus hat die Landeszentrale die Zuständigkeit für die Grenzmuseen Point Alpha und Schifflersgrund übernommen, die an die ehemalige innerdeutsche Grenze und an die deutsche Teilung erinnern. Mit diesen Aktivitäten leistet die. Hessische Landeszentrale einen wichtigen Beitrag zur Vollendung der inneren Einheit Deutschlands und pflegt die hessisch-thüringischen Beziehungen in Geschichte und Gegenwart.

Mit ihren Angeboten zur Zeitgeschichte will die Hessische Landeszentrale für politische Bildung vor allem bei Jugendlichen Geschichtsbewusstsein stärken und zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit Diktaturen und Unrechtssystemen anregen. Sie beugt damit Rechts- und Linksextremismus vor und trägt zur Festigung demokratischer Einstellungen im Sinne ihres Satzungsauftrages maßgeblich bei.

Zuständiges Referat

Dieses Thema wird von Referat 1/Direktor bearbeitet.