Hessische Landeszentrale für politische Bildung
HLZ – Politische Bildung in und für Hessen
HLZ Gebäude

Literatur und Politik:
Alfred Grosser: Le Mensch – Die Ethik der Identitäten.

Wiesbaden, 7. September 2017 – Professor Alfred Grosser, französischer Publizist, Soziologe und Politikwissenschaftler, stellte im Rahmen der Reihe „Literatur und Politik“ der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) sein neuestes Buch „Le Mensch - Die Ethik der Identitäten“ vor.
Moderiert wurde das Gespräch mit Alfred Grosser von Dr. Günther Nonnenmacher, der von 1992 bis 2014 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) war.

Der Direktor der HLZ, Dr. Alexander Jehn, begrüßte die beiden Podiumsgäste vor rund 230 Zuhörern in den Kolonnaden des Kurhaus Wiesbaden.

Der Direktor der HLZ, Dr. Alexander Jehn,
begrüßt die Gäste
Alfred Grosser im Gespräch
mit Dr. Günther Nonnenmacher

Dr. Günther Nonnenmacher beschrieb zum Einstieg das neueste Werk von Alfred Grosser „als Bilanz einer großen Lebenserfahrung, die die gesammelten Einsichten und Erkenntnisse seiner Veröffentlichungen auf kurze, präzise und verständliche Art und Weise zusammenfasse.“
Dr. Nonnenmacher hob zudem hervor, dass Alfred Grosser, neben Joseph Rovan, durch sein Engagement und seine Aktivitäten maßgeblich zur Versöhnung zwischen Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg beitrug.
Auf den Titel seines aktuellen Werkes angesprochen erläuterte Alfred Grosser seine Vorstellung von Menschlichkeit. „Mensch sein sei etwas Wichtiges“, betonte Alfred Grosser. „Jeder Mensch hat mehrere, ja ein Bündel voller Identitäten“, so der Autor weiter. Er selbst sei Franzose, aber auch als Jude geboren, später katholisch geworden und seit geraumer Zeit Atheist.
Er wende sich in seinem Buch auch gegen grobe Vereinfachungen oder Vereinnahmungen. Es gebe nicht DIE Deutschen, DIE Juden oder DIE Flüchtlinge, sondern es gebe beispielsweise, Deutsche, die so oder so seien.
Wichtig sei es ihm zu vermitteln, dass man sich als Mensch bewusst wird über seine eigenen Identitäten, um andere Menschen dadurch besser verstehen und respektvoller miteinander umgehen zu können.

Blick auf das Podium
Blick ins Publikum

Im Laufe des Abends kamen die beiden Gesprächspartner auch immer wieder auf die aktuelle Politik in Frankreich und Deutschland sowie auf Europa zu sprechen. Alfred Grosser zeigte sich hier einmal mehr als Kenner beider Länder und Verfechter eines geeinten Europas.
Vor kontroversen Diskussionen schrecke er ansonsten auch nicht zurück, wie Alfred Grosser anmerkte. Er sehe für sich vor allem zwei große Diskussionsfelder: zum einen als Franzose sich mit Deutschland zu beschäftigen und zum anderen als Atheist sich mit der katholischen Kirche auseinanderzusetzen.

Nach einer Fragerunde aus dem Publikum wurden Alfred Grosser und Dr. Günther Nonnenmacher mit großem und anhaltendem Applaus verabschiedet.

Das Buch von Alfred Grosser „Le Mensch – Die Ethik der Identitäten“ ist beim Verlag J.H.W. Dietz Nachf. erschienen und kann als Sonderausgabe ab Januar 2018 bei der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung bestellt werden.

Alfred Grosser beim Signieren seines Buches
Verlagsleiter Dietz Verlag Alexander Behrens, Dr. Günther Nonnenmacher und Dr. Alexander Jehn (von links nach rechts)