Hessische Landeszentrale für politische Bildung
HLZ – Politische Bildung in und für Hessen
HLZ Gebäude

Geschichte

Die Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) wurde am 4. Mai 1954 durch einen Kabinettsbeschluss der Hessischen Landesregierung gegründet. Damals wurde sie noch als "Landeszentrale für Heimatdienst" bezeichnet. Aus den Erfahrungen mit der nationalsozialistischen Diktatur heraus sollte die "staatsbürgerlichen Aufklärungsarbeit" in den Traditionen aus Zeiten der Weimarer Republik und den bildungspolitischen Neuorientierungen nach 1945 unter US-amerikanischem Beispiel durchgeführt werden. Die Initiative zur Gründung ging maßgeblich vom damaligen Hessischen Ministerpräsidenten, Georg August Zinn, aus. Der erste Direktor der HLZ war Dr. Herbert Osieka.

Mit der Konstituierung des ersten Kuratoriums am 6. Oktober 1955 war die Gründungsphase der Behörde abgeschlossen.

Bereits in der Gründungszeit entwickelte sich lebhaft eine inhaltlich-thematische Vielfalt, die in zahlreichen Facetten zukunftsprägend werden sollte. Dabei konturierte sich bereits jetzt die "Zwei-Standbeine-Philosophie" der Arbeit der HLZ, die sich in die beiden Großbereiche Publizistik/Publikationen (Eigenproduktionen, Verlagsankäufe, Förderung von printmedialen Vorhaben) und Seminaristik (Bildungsformate im Veranstaltungsbereich wie Tages-, Wochen- und Wochenendseminare, Diskussionsrunden, Foren, Kongresse, Vortragsveranstaltungen, Studienreisen, bundesweite Gesprächsangebote an unterschiedlichste Nutzergruppen dank parteipolitischer Neutralität) differenzieren sollte.

Das alte Gebäude der HLZDas alte Gebäude der HLZ

In den 50er Jahren wurde der Teilung Deutschlands und der Europäisierung der deutschen Politik entsprechend weitere Tätigkeitsschwerpunkte geschaffen. Ein Hauptmerkmal dieser Zeit ist die Unterstützung von Berlinfahrten von Schülern. Bereits 1957 wurden 113 Fahrten nach Berlin durchgeführt. In den 1960er Jahren wurden beinahe 20 Prozent der Haushaltsmittel der HLZ für Berlinfahrten ausgegeben. Ebenfalls in der Mitte der 1950er Jahre begann die HLZ mit der Vorführung von zeitgeschichtlich-politischen Filmen. Von 1957 bis 1963 stieg die Zuschauerzahl von etwa 10.000 auf knapp 600.000 an.

Im Jahr 1963 erfolgte die Umbenennung der "Landeszentrale für Heimatdienst" in "Hessischen Landeszentrale für politische Bildung". Seitdem wird auch die Abkürzung HLZ verwendet.

In den 1970er Jahren bildeten sich neue Schwerpunkte im Arbeitsprofil der HLZ heraus. Bedingt durch die Frankfurter Auschwitz-Prozesse gewannen Fragen zu Israelreisen an Gewicht. Daneben rückte Osteuropa stärker ins Blickfeld der Tätigkeit der HLZ.

Die 1980er Jahre waren geprägt von einem zunehmenden Interesse an Europa, den Veränderungen im Bereich der Medien und einer verstärkten Beschäftigung mit Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. 1988 war die HLZ erstmals mit einem eigenen Stand auf dem Hessentag vertreten.

Nach dem Fall der Mauer im Jahr 1989 baute die Hessische Landeszentrale für politische Bildung ab März 1990 eine Außenstelle im thüringischen Erfurt auf, die bis August 1991 bestand.

In den 1990er Jahren verstärkt sich die Zusammenarbeit der Landeszentralen und der Bundeszentrale für politische Bildung. Sie bringt schließlich 1997das Münchner Manifest hervor, in dem die Bildungszentralen ihren AUftrag neu definieren. Dazu gehört insbesondere, dass politische Bildung "pluralistisch, überparteilich und unabhängig" sein muss und die politische Partizipation der Bürger fördert.

Im Jahr 2004 feierte die Hessische Landeszentrale für politische Bildung ihr 50jähriges Jubiläum.

Das Jahr 2005 brachte den Umzug der HLZ in neue, größere Räumlichkeiten im ehemaligen Hotel Rose in der Taunusstraße.

Im September 2009 wurde das von Jutta Fleck geleitete Schwerpunktprojekt "Politisch-Historische Aufarbeitung der SED-Diktatur" eingerichtet.

Am 08. Mai 2014 jährte sich die Gründung der Landeszentrale zum 60. Mal. Ihr Jubiläum wurde in einem Festakt im Hessischen Landtag zu Wiesbaden mit zahlreichen Gästen feierlich gewürdigt.

Zuständiges Referat

Dieses Thema wird von Referat 1/Direktor bearbeitet.