Hessische Landeszentrale für politische Bildung
HLZ – Politische Bildung in und für Hessen
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Veranstaltungen

Sexualpädagogik im Kreuzfeuer einer reaktionären Medienkampagne

Stefan Timmermanns (Frankfurt University of Applied Sciences)
Rechtspopulistische Strömungen positionieren sich seit Anfang 2014 lautstark und intensiv gegen sexuelle und reproduktive Rechte. Eines der Angriffsziele ist die ganzheitliche Sexualpädagogik. Mit der Behauptung, sie schade Kindern und Jugendlichen, werden Eltern und Lehrende verunsichert. Oft richtet sich die Kritik explizit gegen die Thematisierung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in pädagogischen Kontexten. Die Kritik wird häufig verknüpft mit der Bekämpfung von „Gender“, das als Kofferwort für eine Reihe von abstrusen Vorwürfen gegen jegliche Bemühungen für einen reflektierten Umgang mit Geschlechterrollen steht. Organisationen und Personen, die sich für das Recht auf sexuelle Bildung einsetzen, werden diffamiert. Im Vortrag wird dargelegt, welche Vorwürfe gegenüber der Sexualpädagogik erhoben werden, welche Haltung und welche Netzwerke dahinter stecken.
Ort:
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz 6
PEG-Gebäude, 1.G 191
60629 Frankfurt am Main
Datum:
14.06.2017, 18 - 20h c.t.

Wir schaffen (auch) das!
(Über-)Lebensmöglichkeiten in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. So steht es in Artikel 1 unseres Grundgesetzes. Dieses differenziert nicht nach dem Aufenthaltsstatus sondern gilt für alle Menschen! Welche Möglichkeiten, welche Ideen und Strategien des Umgangs mit Menschen in der aufenthaltsrechtlichen Illegalität sind anzutreffen? Stellen wir die Frage nach diesen, ist eine Reflexion der konkreten Bedingungen und Merkmale notwendig. Der Fachtag Illegalität knüpft an diese und weitere Fragestellungen an.
Ort:
Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt
Datum:
22. Juni 2017, 09:00 - 16:00 Uhr

Gender und Medien: Zum Zwischenstand einer Debatte

Kathrin Peters (Universität der Künste Berlin)
Wenn von „den Medien“ die Rede ist, dann oft, um ihnen verkürzte, einseitige oder ideologische Darstellung vorzuhalten. Wie immer diese Vorhaltungen motiviert sind und begründet werden, wie treffend oder strittig sie sein mögen, sie sind getragen von der Annahme, dass durch Mediendarstellungen Wahrnehmungen und Bedeutungen erzeugt werden. Durchaus in diesem Sinne fragen feministische Kritik und Gender Studies seit Jahrzehnten: Wo und wie sind Geschlechtervorstellungen in Medien wirksam? Und umgekehrt, wie strukturieren Medien Geschlechtervorstellungen? Letztere Frage führt dabei auf einen Begriff von Medien, der sich nicht nur darauf bezieht, wie Geschlechterbilder massenmedial verbreitet und stabilisiert werden. Es ist auch gemeint, dass Apparate, Medientechniken und Mediengebrauch selbst geschlechtlich und sexuell konnotiert sein können und dass diese Techniken und Gebrauchsweisen an den Veränderungen von Geschlechter- und sexuellen Verhältnissen beteiligt sind – das lässt sich vom frühen Film bis zu digitalen Verabredungskulturen nachvollziehen. Der Vortrag zeichnet die Wechselbeziehung von Gender und Medien an verschiedenen aktuellen Szenarien nach, fragt nach emanzipativer Politik und untersucht schließlich die Identitätspolitiken und Medien der Anti-Gender-Diskurse.
Ort:
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Theodor-W.-Adorno-Platz 6
PEG-Gebäude, 1.G 191
60629 Frankfurt am Main
Datum:
28.06.2017, 18 - 20h c.t.

Gegen den Hass oder: Die Ordnung der Reinheit

Carolin Emcke (Berlin)
In dem gegenwärtigen Diskurs um „Gender“ tauchen alle jene ideologischen Elemente und Motive auf, die die Logik der Reinheit ausmachen sollen. Es ist das Hybride, das Ambivlante, das Plurale, das ausgesondert werden soll. Nicht allein in dem Feld von Gendernormen, von „Männlichkeit“ und „Weiblichkeit“ wird Reinheit zur ordnungspolitischen Kategorie, sondern auch im nationalistischen, rassistischen, antisemitischen Diskurs um die Nation und die Religion. Wie lässt sich diesem Fetischismus der Reinheit begegnen? Mit welchen politischen, pädagogischen, aber auch ästhetischen und künstlerischen Praktiken lässt sich Widerstand formulieren?
Ort:
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Campus Westend
Casino Festsaal (Raum 823)
60629 Frankfurt am Main
Datum:
05.07.2017, 18 - 20h c.t.