Hessische Landeszentrale für politische Bildung
HLZ – Politische Bildung in und für Hessen
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Veranstaltungen

Fachtag: "Männer und Flucht"

Nach den Ereignissen in Köln am Silvesterabend 2015 kippte die ursprünglich positive Stimmung gegenüber in Deutschland schutzsuchenden Menschen. Ein Großteil der Geflüchteten sind Männer, die nun vielfach als bedrohlich und „fremd“ wahrgenommen werden. Der Fachtag „Männer und Flucht“ möchte solchen pauschalen Vorurteilen gegenüber „den Flüchtlingen“ oder „den muslimischen Männern“ entgegentreten und ein ebenso realistisches wie differenziertes Bild vermitteln. Aktuell, wissenschaftlich fundiert und praxisnah möchten wir über Fluchtgründe informieren sowie Experten und Ehrenamtliche über Ansätze der praktischen Arbeit ins Gespräch bringen. Öffentlich möchten wir das neue Projekt „Ältere Männer als Mentoren für junge männliche Flüchtlinge“ für Fulda und Umgebung vorstellen und zur Mitarbeit einladen. Besonderer Fokus liegt auf dem Aspekt „Migration und Männlichkeit“. Zusätzlich möchten wir zur Vernetzung anregen.
Ort:
Bonifatiushaus in Fulda
Datum:
Di, 26. September 2017 von 10 bis 16 Uhr

Afrika neu denken -
Afrika im Zentrum? Die neue Entdeckung Afrikas

Für die Konferenz AFRIKA NEU DENKEN ist der Blick interessant, der in den neuen Afrika-Initiativen erkennbar wird: Ist es nicht schon wieder ein kolonialer Blick, der Afrika homogenisiert und in diesem künstlichen Konstrukt „Afrika“ nur Defizite sieht – für deren Lösung Deutschland und die EU ihre Kompetenzen anbieten?
Ort:
Evangelische Akademie
Römerberg 9
Frankfurt am Mai
Datum:
29.– 30. September 2017

Platz für Alle!
Statt: Abgehängt! Ausgeschlossen! Überflüssig!
Solidaritäts-Check an die neue Bundesregierung

Während der Koalitionsverhandlungen laden wir zu einem Solidaritäts-Check ein, um aus der Perspektive derer, die abgehängt, ausgegrenzt und benachteiligt sind, politische Gestaltungsideen und Umsetzungsschritte zu diskutieren und vorzuschlagen.
Ort:
Haus am Dom
Domplatz 3
60311 Frankfurt am Main
Datum:
Samstag, den 30.September 2017, 9:00-17:00 Uhr

Feminismus und Öffentlichkeit - Kritik, Widerstand und Interventionen im medialen Wandel

Im Zentrum der Tagung stehen feministische Kritik und Praktiken des Widerstands im medialen Wandel sowie die damit in Gang gesetzten Veränderungen im Verständnis und in der Formierung von Öffentlichkeiten
Ort:
Campus Westend
IG Farben Haus
Norbert-Wollheim-Platz 1
60323 Frankfurt am Main
IG 411
Datum:
4. bis 6. Oktober 2017

Amrita Pande: Wombs in Labour and the Paradox of Surrogacy in India

The focus of the lecture is the analysis of a fundamental paradox of commercial surrogacy – wherein a market that literally produces humans and human relationships is critically dependent on the maintenance of a global racial reproductive hierarchy. To understand the booming market of surrogacy in India we have to situate it within its rather contradictory reproductive history – the postcolonial state agenda of aggressive antinatalism at home coupled with the neo-liberal imperative of unrestrained fertility choices. This national agenda resonates with a broader global population control program that frames the high fertility rates of countries in the global south as a “global danger” that needs to be controlled at whatever cost. At one level, the womb-mothers (surrogates) subvert these hegemonic discourses by taking control over their bodies and using their fertile bodies “productively”. At another level, as they align their own reproduction through decisions about fertility, sterilization and abortion, in order to (re)produce children of higher classes and privileged nations, they ultimately conform to this global imperative of reducing the fertility of lower class women in the global south. Despite these global structural inequalities surrogates’ creatively construct kinship ties with the baby and the intended mother. These ties cross boundaries based on class, caste and religion and sometimes even race and nation.
Ort:
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, Seminarhaus SH 5.101
Datum:
26. Oktober 2017, 18 Uhr bis - 20 Uhr c.t.

Michal Nahman: Global Migrant Egg Providers. Reproductive Others in a changing Europe

What do cross-border egg donation practices show us about society and culture more broadly? In a time of heightened tensions around borders, increased racism and contentious gender relations we can see that whilst the opening up of borders for reproduction with technological assistance is on the increase, attention to the ways in which these reflect contemporary political and social shifts is less prevalent. Whilst Franklin (2013) has demonstrated that biology and gender are remade through IVF, others indicate how colonialism and race are reinscribed into culture through new practices of cross border reproduction (Vora 2013, Rudrappa 2015). With notable exceptions (Thompson 2005), little attention has been paid to the detailed socio-technical practices of oocyte extraction and exchange, and the narratives that people weave around their participation in these with a view towards critiquing structures and formations of race, racism and borders. Drawing on my monograph “Extractions” (2013) I look back at how oocyte exchange appeared in 2002 in order to reflect on what it is today, what it shows (monstrare) and the things it warns us about (monere).
Ort:
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, PEG-Gebäude, 1.G 191
Datum:
8. November 2017, 18 Uhr bis - 20 Uhr c.t.

Sabine Könninger: (Un)Möglichkeiten der Kritik? Zur Etablierung des nicht-invasiven Pränataltests in Deutschland

Der nicht-invasive Pränataltest (NIPT), der seit 2012 auf dem Markt ist, ist gesellschaftlich umstritten. Mit dem NIPT kann anhand des Bluts der schwangeren Frau früh getestet werden, ob das werdende Kind eine Trisomie wie das Down Syndrom hat. Der NIPT ist Thema zahlreicher Stellungnahmen, Veranstaltungen oder Proteste verschiedener zivilgesellschaftlicher Akteur*innen. Kritisiert und befürchtet werden die Diskriminierung von Menschen mit Behinderungen, die Entsolidarisierung in der Gesellschaft oder das zunehmende Risikomanagement in der Schwangerenvorsorge. Zwar scheinen sich alle Akteur*innen darin einig, dass der NIPT gesellschaftliche und ethische Grundsatzfragen aufwirft, jedoch werden sie im bisherigen Entwicklungs- und Etablierungsprozess nirgends verhandelt. Wie kommt es dazu? Insbesondere zwei Mechanismen führen dazu, dass die Verhandlung grundsätzlicher Fragen weitgehend verunmöglicht wird. Der NIPT wird erstens als Angelegenheit persönlicher Abwägung definiert. Zweitens basiert die politische Steuerung des NIPT auf einer institutionell abgesicherten Trennung zwischen technischer und normativ-politischer Bewertung, wodurch die Zuständigkeiten fragmentiert werden.
Ort:
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, PEG-Gebäude, 1.G 191
Datum:
22. November 2017, 18 Uhr bis - 20 Uhr c.t.

Gisela Notz: Kritik des Familismus. Geschichte, Theorie und Realität eines ideologischen Gemäldes

Die Ideologie des Familismus, die die gesellschaftliche Organisationsnorm aus dem Konzept einer „Idealfamilie“ ableitet, prägt seit Jahrhunderten Politik und Sozialstruktur in Deutschland und in anderen westlichen Ländern wesentlich mit. Familismus hat einen Ausgangspunkt, der schon immer nur für einen Bruchteil der Bevölkerung praktische Relevanz hatte: die Familie. Sie gibt es heute ebenso wenig, wie es sie je gegeben hat. Und schon gar nicht war sie zu allen Zeiten die bürgerliche Kleinfamilie, wie wir sie heute kennen. Familismus ist eine Spielart des Antifeminismus, denn nach der familistischen Ideologie herrschen in der heterosexuellen, leiblichen Kleinfamilie, die immer aus Vater, Mutter und Kind(ern) besteht, komplementäre Rollenaufteilungen entlang der Geschlechterlinien. In meinem Vortrag führe ich aus, wie „moderne“ Reproduktionstechnologien die Bedeutsamkeit der „Blutsbande“ und die Sentimentalisierung der leiblichen Kleinfamilie verstärken, für die es scheinbar keine Alternative gibt. Angesichts der „neuen“ rechtspopulistischen Akteur*innen, die Familie der „menschlichen Sozialnatur“ zuordnen, hat der Familismus Hochkonjunktur. Dennoch geht, wie ich zeigen werde, die gelebte Realität vielfältige andere Wege, die das ideologische Gemälde von der „Normalfamilie“ unterwandern.
Ort:
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, PEG-Gebäude, 1.G 191
Datum:
13. Dezember 2017, 18 Uhr bis - 20 Uhr c.t.

Sarah Dionisius: Heteronormativität, Reproduktion und Praktiken der Aneignung. Zur Familienbildung lesbischer und queerer Frauen*paare in Deutschland

Seit Anfang der 2000er Jahre steigt in Deutschland die Zahl der lesbischen und queeren Frauen*paare, die über Samenspenden Kinder bekommen. Die entstehenden Familienkonstellationen sind vielfältig, die Routen der Reproduktion ebenso: Heteronormative rechtliche Rahmenbedingungen und institutionelle (Nicht-)Adressierungen lesbisch-queerer Lebensformen erschweren in Deutschland den Zugang zu Reproduktionskliniken – neben Reisen in Länder mit einem liberaleren Zugang zu reproduktionsmedizinischen Behandlungen nutzen die Paare häufig Do-it-yourself-Praktiken wie die Selbstinsemination. Die Grundlage des Vortrags bilden 21 qualitative Interviews mit lesbischen und queeren Frauen*paaren aus Deutschland, die über eine Samenspende Kinder bekommen haben. Zunächst werden Ausschlüsse nicht-heterosexueller Lebensweisen auf rechtlicher und medizinischer Ebene in den Blick genommen und „Othering“-Prozesse nachgezeichnet. Unter Rückgriff auf Perspektiven der Queer Studies und der Feminist Science and Technology Studies stehen im Anschluss die verschiedenen Aneignungsweisen der lesbischen und queeren Akteurinnen* im Zentrum sowie die Frage, inwiefern ihre reproduktiven Praktiken heteronormative Vorstellungen von Familie, Verwandtschaft, Geschlecht und Reproduktion herausfordern.
Ort:
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, PEG-Gebäude, 1.G 191
Datum:
17. Januar 2018, 18 Uhr bis - 20 Uhr c.t.

Anne Hendrixson: The Rebirth of Targets and Coercion in Anti-Natal Population Policies

The ambitious, anti-natal goals set by the 2012 London Family Planning Summit have not been reached. Yet the effort to reach 120 million women with modern contraception has had profound impacts on population policy. Heralded as the “rebirth of family planning” the Summit marked another rebirth: that of explicit targets and coercion in such policies. In this talk, Anne Hendrixson will examine how the use of targets and coercion has reinforced and hardened problematic ideas about fertility, gender, sexuality, race and place in locating bodies for intervention. Young, brown women in the global South, particularly Africans, are thought to determine the future of the global population size. They are the targets for longacting reversible contraception in the name of women’s empowerment, lowering global birth rates, environmental sustainability and economic efficiency. However, far from being a “rebirth”, these efforts narrow sexual and reproductive health agendas and stigmatize “overly fertile” young women. The case of Depo-Provera, among others, shows how fertility control too often takes precedence over other pressing reproductive health concerns, like preventing HIV transmission and acquisition, to the detriment of young women’s health.
Ort:
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, PEG-Gebäude, 1.G 191
Datum:
31. Januar 2018, 18 Uhr bis - 20 Uhr c.t.

Roundtable Cornelia Goethe Colloquien: Die Politik der Reproduktionsmedizin

In der Panelveranstaltung diskutieren Frankfurter Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Vereinigungen und die Veranstalterinnen der Vorlesungsreihe politische Fragen rund um aktuelle Entwicklungen in der Reproduktionsmedizin. Offene Fragen aus der Vorlesungsreihe werden aufgegriffen und zur Diskussion gestellt.
Ort:
Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, PEG-Gebäude, 1.G 191
Datum:
7. Februar 2018, 18 Uhr bis - 20 Uhr c.t.