Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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Veranstaltungen

Rasse, Siedlung, deutsches Blut: Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS und die rassenpolitische Neuordnung Europas, Göttingen 2013

Das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS (RuSHA) war im NS-Staat zuständig für die rassische Überprüfung von SS-Angehörigen sowie ab 1939 von sogenannten Volksdeutschen, von Polen, Russen, Slowenen, Elsässern und Lothringern. Weit mehr als eine Million Menschen aus ganz Europa wurden diesen Musterungen unterzogen, für die meisten war das Votum der SS-Rassenprüfer von existentieller Bedeutung. Der »rassische Wert« der Menschen bestimmte, ob sie enteignet, vertrieben, umgesiedelt oder zur Zwangsarbeit herangezogen, als Jude identifiziert, zur Ermordung in ein Vernichtungslager geschickt wurden – oder nicht. Damit lieferte die rassische Hierarchisierung nicht nur die vermeintlich wissenschaftliche Begründung der NS-Bevölkerungspolitik, sondern prägte entscheidend die besatzungspolitische Praxis. Die rassischen Überprüfungen und damit verbundenen Umsiedlungen erweisen sich als Grundpfeiler der NS-Diktatur, als zentrales Element des Rassenstaates. Isabel Heinemann analysiert das RuSHA als eine Schlüsselinstitution des SS-Imperiums und stellt die Rasseexperten der SS aus dem RuSHA als eine spezifische Gruppe von NS-Funktionären vor. Daneben zeigt sie, wie die Rasseexperten die rassische Auslese konzipierten, umsetzten und welche Konsequenzen dies hatte. Sechs Fallstudien demonstrieren, wie das Votum der SS-Rasseexperten die gewaltsame Vertreibungs- und Neuordnungspolitik in den europäischen Regionen prägte – in der Tschechoslowakei, in Westpolen, in Elsaß-Lothringen, im »Generalgouvernement«, in der besetzten Sowjetunion und im »Altreich«.

Veranstaltungsreihe

Diese Veranstaltung gehört zur Reihe "Das Problem Auschwitz beginnt nicht erst an den Toren von Auschwitz und Birkenau".

Autorinnen und Autoren stellen ihre Studien über den Nationalsozialismus und seine Folgen vor. Die öffentliche Aufklärung über die Wurzeln und Verbrechen des Nationalsozialismus war das Hauptanliegen des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer. Die grundlegende Erkenntnis Bauers, dass „das Problem Auschwitz nicht erst an den Toren von Auschwitz und Birkenau“ beginnt, hatte sich 1964 innerhalb der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft noch längst nicht durchgesetzt. Dank zahlreicher wissenschaftlicher Studien hat sich der zeitgeschichtliche Kenntnisstand mittlerweile deutlich verbessert.
Mit seinem Archivgut hat das Hessische Hauptstaatsarchiv einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus geleistet; insbesondere mit den Unterlagen zum 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess, die 2017 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen worden sind. Gemeinsam mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung stellt das Hessische Hauptstaatsarchiv neun Autorinnen und Autoren mit ihren Forschungsergebnissen zum Nationalsozialismus und seinen Folgen vor.

Datum

6. November 2019, 19 Uhr

Ort

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Mosbacher Straße 55, 65187 Wiesbaden

Kosten

Eintritt frei!

Informationsmaterial

Programm der Vortragsreihe (PDF)

Anfahrtbeschreibung

Öffentliche Verkehrsmittel
ab Hauptbahnhof von Bussteig C mit den Linien 4, 14 und 47 (Richtung Biebrich/Schierstein) bis zur Haltestelle Nussbaumstraße; von dort über die Heiligenbornstraße in ca. 2 Minuten zum Archiv.

Anreise mit dem Auto
über den Konrad-Adenauer-Ring (2. Ring) auf den Parkplatz hinter dem Archivgebäude; Eingabe für Navigationsgeräte = Konrad-Adenauer-Ring 60; Straßen vor dem Archivgebäude frei parken ab 19:00 Uhr.

Durchführung

Diese Veranstaltung wird von Referat 1/Direktor durchgeführt.

Übersicht

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