Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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Veranstaltungen

Auschwitz vor Gericht: Fritz Bauers Vermächtnis und seine Mißachtung, Frankfurt 2018

Werner Renz, bis 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter und Leiter des Archivs des Fritz Bauer Instituts, zeichnet in diesem Band die NS- Prozesse nach, angefangen mit dem ersten Auschwitz-Prozess unter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer in Frankfurt am Main über die Frankfurter Nachfolgeprozesse bis hin zu den jüngsten Verfahren gegen Demjanjuk, Hanning und Gröning. Dabei analysiert er die jeweilige Rechtsauffassung und die Rechtspraxis dieser Prozesse und deren Resonanz in der Öffentlichkeit. So hatte eine uneinheitliche Rechtsprechung in den vergangenen Jahrzehnten eine inkonsequente Justizpraxis zur Folge. Freisprüche und Verfahrenseinstellungen liefen für manche Kritiker auf Strafvereitelung hinaus. Zahllose Holocaust-Täter blieben unbehelligt. Insgesamt kann bei der Aufarbeitung der NS-Verbrechen das Versagen nicht nur der Justiz, sondern auch der Politik, der Strafrechtswissenschaft, der Zeitgeschichtsforschung und der deutschen Öffentlichkeit festgestellt werden.

Veranstaltungsreihe

Diese Veranstaltung gehört zur Reihe "Das Problem Auschwitz beginnt nicht erst an den Toren von Auschwitz und Birkenau".

Autorinnen und Autoren stellen ihre Studien über den Nationalsozialismus und seine Folgen vor. Die öffentliche Aufklärung über die Wurzeln und Verbrechen des Nationalsozialismus war das Hauptanliegen des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer. Die grundlegende Erkenntnis Bauers, dass „das Problem Auschwitz nicht erst an den Toren von Auschwitz und Birkenau“ beginnt, hatte sich 1964 innerhalb der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft noch längst nicht durchgesetzt. Dank zahlreicher wissenschaftlicher Studien hat sich der zeitgeschichtliche Kenntnisstand mittlerweile deutlich verbessert.
Mit seinem Archivgut hat das Hessische Hauptstaatsarchiv einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus geleistet; insbesondere mit den Unterlagen zum 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess, die 2017 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen worden sind. Gemeinsam mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung stellt das Hessische Hauptstaatsarchiv neun Autorinnen und Autoren mit ihren Forschungsergebnissen zum Nationalsozialismus und seinen Folgen vor.

Datum

4. September 2019, 19 Uhr

Ort

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Mosbacher Straße 55, 65187 Wiesbaden

Kosten

Eintritt frei!

Informationsmaterial

Programm der Vortragsreihe (PDF)

Anfahrtbeschreibung

Öffentliche Verkehrsmittel
ab Hauptbahnhof von Bussteig C mit den Linien 4, 14 und 47 (Richtung Biebrich/Schierstein) bis zur Haltestelle Nussbaumstraße; von dort über die Heiligenbornstraße in ca. 2 Minuten zum Archiv.

Anreise mit dem Auto
über den Konrad-Adenauer-Ring (2. Ring) auf den Parkplatz hinter dem Archivgebäude; Eingabe für Navigationsgeräte = Konrad-Adenauer-Ring 60; Straßen vor dem Archivgebäude frei parken ab 19:00 Uhr.

Durchführung

Diese Veranstaltung wird von Referat 1/Direktor durchgeführt.

Übersicht

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