Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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Veranstaltungen

Eine Stadt und die Schuld: Wiesbaden und die NS-Vergangenheit seit 1945, Göttingen 2019

Eine Langzeitstudie zur Nachgeschichte des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik Deutschland. Der Umgang der Deutschen mit der NS-Vergangenheit gilt heute vielen als vorbildlich. Aber die Bereitschaft zu einer Auseinandersetzung mit dem »Dritten Reich« war lange Zeit keine Selbstverständlichkeit. Wie schwierig dieser Weg sein konnte, untersucht Philipp Kratz am Beispiel der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden. Er führt dabei die wichtigsten Felder der »Vergangenheitsbewältigung« zusammen: Wie gingen ehemalige Verfolger und Verfolgte miteinander um, die im städtischen Nahraum nach Kriegsende wieder aufeinandertrafen? Wie stritten die Zeitgenossen um Fragen nach individueller und kollektiver Schuld und die daraus zu ziehenden Konsequenzen? Welche Formen der Bestrafung, der Wiedergutmachung und des Gedenkens, aber auch der erneuten Demütigung, Instrumentalisierung und des Beschweigens bildeten sich heraus? Gibt es eine »zweite Schuld«, weil die erste vielfach folgenlos blieb? Die konsequent lokale Perspektive erlaubt es, solchen Debatten detailliert und über einen langen Zeitraum hinweg nachzugehen. Dabei wird deutlich, dass sich die Auseinandersetzung der Deutschen mit der Schuldfrage weder als geradlinige Erfolgsgeschichte noch als bloße Defizitgeschichte erzählen lässt.

Veranstaltungsreihe

Diese Veranstaltung gehört zur Reihe "Das Problem Auschwitz beginnt nicht erst an den Toren von Auschwitz und Birkenau".

Autorinnen und Autoren stellen ihre Studien über den Nationalsozialismus und seine Folgen vor. Die öffentliche Aufklärung über die Wurzeln und Verbrechen des Nationalsozialismus war das Hauptanliegen des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer. Die grundlegende Erkenntnis Bauers, dass „das Problem Auschwitz nicht erst an den Toren von Auschwitz und Birkenau“ beginnt, hatte sich 1964 innerhalb der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft noch längst nicht durchgesetzt. Dank zahlreicher wissenschaftlicher Studien hat sich der zeitgeschichtliche Kenntnisstand mittlerweile deutlich verbessert.
Mit seinem Archivgut hat das Hessische Hauptstaatsarchiv einen wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus geleistet; insbesondere mit den Unterlagen zum 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess, die 2017 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommen worden sind. Gemeinsam mit der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung stellt das Hessische Hauptstaatsarchiv neun Autorinnen und Autoren mit ihren Forschungsergebnissen zum Nationalsozialismus und seinen Folgen vor.

Datum

7. August 2019, 19 Uhr

Ort

Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden, Mosbacher Straße 55, 65187 Wiesbaden

Kosten

Eintritt frei!

Informationsmaterial

Programm der Vortragsreihe (PDF)

Anfahrtbeschreibung

Öffentliche Verkehrsmittel
ab Hauptbahnhof von Bussteig C mit den Linien 4, 14 und 47 (Richtung Biebrich/Schierstein) bis zur Haltestelle Nussbaumstraße; von dort über die Heiligenbornstraße in ca. 2 Minuten zum Archiv.

Anreise mit dem Auto
über den Konrad-Adenauer-Ring (2. Ring) auf den Parkplatz hinter dem Archivgebäude; Eingabe für Navigationsgeräte = Konrad-Adenauer-Ring 60; Straßen vor dem Archivgebäude frei parken ab 19:00 Uhr.

Durchführung

Diese Veranstaltung wird von Referat 1/Direktor durchgeführt.

Übersicht

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