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Veranstaltungen

Roundtable Cornelia Goethe Colloquien: Die Politik der Reproduktionsmedizin

In der Panelveranstaltung diskutieren Frankfurter Vertreter*innen zivilgesellschaftlicher Vereinigungen und die Veranstalterinnen der Vorlesungsreihe politische Fragen rund um aktuelle Entwicklungen in der Reproduktionsmedizin. Offene Fragen aus der Vorlesungsreihe werden aufgegriffen und zur Diskussion gestellt.

· Wie können die Interessen derjenigen in die öffentliche Diskussion eingebracht werden, deren Belange durch einen isolierenden Blick auf reproduktionsmedizinische Verfahren, Kinderwunschpaare und Kliniken ausgeblendet werden?

· Wie reagieren wir auf Leihgebären und Eizellverkauf als neue Arbeitsverhältnisse?

· Hier und weltweit zielen vielfältige politische Strategien darauf ab, bestimmte Geburten zu fördern und andere zu verhindern ‒ welche politischen Antworten sind hierfür angemessen?

· Welche Positionen lassen sich aus einer queerfeministischen, behindertenpolitischen und antirassistischen Perspektive gemeinsam entwickeln?

· Was bedeuten diese Perspektiven für das Verständnis von Familie und kollektive Formen des Zusammenlebens mit Kindern und wie können sie in die Debatte um ein neues Fortpflanzungsmedizingesetz eingebracht werden?

Veranstaltungsreihe

Diese Veranstaltung gehört zur Reihe Cornelia Goethe Colloquien: Die Anderen der Reproduktionsmedizin. Feministische Perspektiven auf Arbeit, Familie und Rassismus.

Reproduktionsmedizinische Kliniken bieten assistierte Befruchtungen an und immer mehr Frauen und Paare nehmen diese Dienstleistungen in Anspruch. Das Verhältnis zwischen den nachfragenden Klient*innen und den Anbieter*innen assistierter Reproduktion steht im Zentrum politischer Debatten und medialer Repräsentationen. Diskutiert wird die individuelle reproduktive Selbstbestimmung von Frauen, das unerfüllte Begehren nach dem „eigenen“ Kind und die Legitimität, diesen Wunsch mittels Technologien zu befriedigen. Ein individualisierender Blick auf die unmittelbar Beteiligten blendet jedoch viele Dimensionen der mit Reproduktionstechnologien einhergehenden sozialen Verhältnisse aus und ignoriert eine Vielzahl von weiteren Akteur*innen. Die Vortragsreihe richtet den Blick auf diese „Anderen“ der Reproduktionsmedizin. Was bedeutet die globale Expansion dieser Technologien etwa für diejenigen Frauen, die transnational Eizellen bereitstellen oder als Leihgebärende arbeiten? Reproduktionstechnologien umfassen auch diagnostische Verfahren zur Analyse von embryonalen Besonderheiten – welche Werturteile sind mit der Nutzung dieser Verfahren verbunden und welche Folgen hat dies für Menschen, die nicht den körperlichen und geistigen Normvorstellungen entsprechen? Der Wunsch nach einem „eigenen“ Kind beinhaltet spezifische Vorstellungen biologischer oder genetischer Verwandtschaft. Was sind die Triebkräfte dieser Entwicklungen, und welche anderen Formen des Zusammenlebens mit Kindern geraten damit aus dem Blick? Aber auch: Um wessen Kinderwünsche geht es überhaupt? Welche rechtlichen Regelungen und institutionellen Praktiken schließen diejenigen vom Zugang zu diesen Dienstleistungen aus, die jenseits heteronormativer Konstellationen Kinder haben wollen? Und: Welche Frauen sollen weltweit durch den Einsatz hochentwickelter Verhütungstechnologien davon abgehalten werden, (mehr) Kinder zu bekommen? Die Vorträge diskutieren diese Fragen nach den „Anderen“ der Reproduktionsmedizin aus politikwissenschaftlicher, kulturanthropologischer, soziologischer und historischer Perspektive. Jeder der Vorträge wird von einem Kurzkommentar von Frankfurter Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen flankiert.

Datum

7. Februar 2018, 18 Uhr bis - 20 Uhr c.t.

Ort

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, PEG-Gebäude, 1.G 191

Informationsmaterial

Informationsflyer zu den Cornelia Goethe Colloquien (PDF)

Anfahrtbeschreibung

mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Nehmen Sie am Hauptbahnhof eine S-Bahn in Richtung Innenstadt und fahren Sie bis Hauptwache, steigen Sie dort um in eine U-Bahn der Linien 1, 2, 3 oder 8 und fahren Sie bis Holzhausenstraße, 5-minütiger Fußweg.

Anmeldung

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Durchführung

Diese Veranstaltung wird von Referat 3/IV durchgeführt.

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Übersicht

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