Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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Veranstaltungen

Anne Hendrixson: The Rebirth of Targets and Coercion in Anti-Natal Population Policies

The ambitious, anti-natal goals set by the 2012 London Family Planning Summit have not been reached. Yet the effort to reach 120 million women with modern contraception has had profound impacts on population policy. Heralded as the “rebirth of family planning” the Summit marked another rebirth: that of explicit targets and coercion in such policies. In this talk, Anne Hendrixson will examine how the use of targets and coercion has reinforced and hardened problematic ideas about fertility, gender, sexuality, race and place in locating bodies for intervention. Young, brown women in the global South, particularly Africans, are thought to determine the future of the global population size. They are the targets for longacting reversible contraception in the name of women’s empowerment, lowering global birth rates, environmental sustainability and economic efficiency. However, far from being a “rebirth”, these efforts narrow sexual and reproductive health agendas and stigmatize “overly fertile” young women. The case of Depo-Provera, among others, shows how fertility control too often takes precedence over other pressing reproductive health concerns, like preventing HIV transmission and acquisition, to the detriment of young women’s health.

ANNE HENDRIXSON is a social scientist. She is the Director of PopDev, the Population & Development Program at Hampshire College in Amherst, Massachusetts in the U.S. where she teaches undergraduate students in the School of Critical Social Inquiry. Anne is a reproductive justice advocate, who writes about the dangers of today’s population control.

Veranstaltungsreihe

Diese Veranstaltung gehört zur Reihe Cornelia Goethe Colloquien: Die Anderen der Reproduktionsmedizin. Feministische Perspektiven auf Arbeit, Familie und Rassismus.

Reproduktionsmedizinische Kliniken bieten assistierte Befruchtungen an und immer mehr Frauen und Paare nehmen diese Dienstleistungen in Anspruch. Das Verhältnis zwischen den nachfragenden Klient*innen und den Anbieter*innen assistierter Reproduktion steht im Zentrum politischer Debatten und medialer Repräsentationen. Diskutiert wird die individuelle reproduktive Selbstbestimmung von Frauen, das unerfüllte Begehren nach dem „eigenen“ Kind und die Legitimität, diesen Wunsch mittels Technologien zu befriedigen. Ein individualisierender Blick auf die unmittelbar Beteiligten blendet jedoch viele Dimensionen der mit Reproduktionstechnologien einhergehenden sozialen Verhältnisse aus und ignoriert eine Vielzahl von weiteren Akteur*innen. Die Vortragsreihe richtet den Blick auf diese „Anderen“ der Reproduktionsmedizin. Was bedeutet die globale Expansion dieser Technologien etwa für diejenigen Frauen, die transnational Eizellen bereitstellen oder als Leihgebärende arbeiten? Reproduktionstechnologien umfassen auch diagnostische Verfahren zur Analyse von embryonalen Besonderheiten – welche Werturteile sind mit der Nutzung dieser Verfahren verbunden und welche Folgen hat dies für Menschen, die nicht den körperlichen und geistigen Normvorstellungen entsprechen? Der Wunsch nach einem „eigenen“ Kind beinhaltet spezifische Vorstellungen biologischer oder genetischer Verwandtschaft. Was sind die Triebkräfte dieser Entwicklungen, und welche anderen Formen des Zusammenlebens mit Kindern geraten damit aus dem Blick? Aber auch: Um wessen Kinderwünsche geht es überhaupt? Welche rechtlichen Regelungen und institutionellen Praktiken schließen diejenigen vom Zugang zu diesen Dienstleistungen aus, die jenseits heteronormativer Konstellationen Kinder haben wollen? Und: Welche Frauen sollen weltweit durch den Einsatz hochentwickelter Verhütungstechnologien davon abgehalten werden, (mehr) Kinder zu bekommen? Die Vorträge diskutieren diese Fragen nach den „Anderen“ der Reproduktionsmedizin aus politikwissenschaftlicher, kulturanthropologischer, soziologischer und historischer Perspektive. Jeder der Vorträge wird von einem Kurzkommentar von Frankfurter Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen flankiert.

Datum

31. Januar 2018, 18 Uhr bis - 20 Uhr c.t.

Ort

Goethe-Universität Frankfurt am Main, Campus Westend, PEG-Gebäude, 1.G 191

Informationsmaterial

Informationsflyer zu den Cornelia Goethe Colloquien (PDF)

Anfahrtbeschreibung

mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Nehmen Sie am Hauptbahnhof eine S-Bahn in Richtung Innenstadt und fahren Sie bis Hauptwache, steigen Sie dort um in eine U-Bahn der Linien 1, 2, 3 oder 8 und fahren Sie bis Holzhausenstraße, 5-minütiger Fußweg.

Anmeldung

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Durchführung

Diese Veranstaltung wird von Referat 3/IV durchgeführt.

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Übersicht

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