Hessische Landeszentrale für politische Bildung
HLZ – Politische Bildung in und für Hessen
HLZ Gebäude

Michelstadt

Landesrabbiner Dr. I. E. Lichtigfeld-Museum Michelstadt

Das Gebäude der alten Synagoge in Michelstadt wurde 1791 errichtet.

Das Museum trägt den Namen des Landesrabbiners Dr. Isaak Emil Lichtigfeld, der den jüdischen Gemeinden des Landes Hessen von 1954 bis 1967 als religiöses Oberhaupt vorstand. Er war zudem maßgeblich beteiligt am Erhalt des Gebäudes und der Einrichtung des heutigen Museums.

Das Museum befindet sich in der alten Michelstädter Synagoge, die im Jahr 1791 von der damals rund 100 Mitglieder zählenden jüdischen Gemeinde an der Stadtmauer, neben dem Wehrturm und nahe der evangelischen Stadtkirche, erbaut wurde. Diese Synagoge ist eines der ganz wenigen jüdischen Gotteshäuser, die in Südhessen nach der nationalsozialistischen Judenverfolgung erhalten geblieben sind. In der Pogromnacht des 9. November 1938 wurde der Innenraum völlig verwüstet. Das Bauwerk selbst blieb wegen seiner Lage in der dicht bebauten Altstadt vor den Flammen verschont. Bis 1945 als Eisenlager genutzt, war in den Nachkriegsjahren zunächst der Abriss des Hauses und die Ausgestaltung des Platzes als Gedenkstätte geplant. Durch Verständigung zwischen der Stadt, dem Land Hessen und dem jüdischen Landesverband konnte das Gebäude jedoch erhalten und restauriert werden.

1979 wurde das Museum eröffnet. Es präsentiert Kultgegenstände, Archivalien und Fotoreproduktionen, welche die Erinnerung an die früheren jüdischen Michelstädter wach halten sollen. Die Sammlung gibt einen Einblick in die religiösen, sozialen und politischen Verhältnisse der Odenwälder Juden in den vergangenen Jahrhunderten.

Inzwischen gibt es in Michelstadt wieder eine jüdische Gemeinde. Dank der großzügigen Spende einer Sefer-Thora (Thora-Rolle) durch den sächsischen Landesrabbiner Dr. Salomon Almekias-Siegl konnte die Einbringung am 25. Februar 2005 feierlich begangen werden. Nun hat die Jüdische Gemeinde Michelstadt auch wieder ein Gotteshaus.

Wer das Museum im Rahmen des schulischen Unterrichts zur jüdischen Geschichte und Kultur nutzen möchte, sollte wegen Besuchsmöglichkeiten am Vormittag rechtzeitig nachfragen. Ein Besuch des jüdischen Friedhofs, dessen ältester Grabstein aus dem Jahr 1725 datiert (Hintche, Ehefrau des Me’ir Kulpa. Sie starb am 18. Schewat 5485 = 1. Februar 1725. Standort: Nr. 122), kann in Bildungsvorhaben einbezogen werden.

Publikationen

Schmall, Martin: Die Juden in Michelstadt 1650-1943. Hrsg.: Stadt Michelstadt. 5. erweiterte Auflage Michelstadt 1995 (Rathaus- und Museumsreihe, Band 5).

Judaeus (Rabbi Herz Naftali Ehrmann): The Baal Shem of Michelstadt. New York (Feldheim Publishers) 2006. Über das Leben des Rabbi Seckel Löb Wormser (circa 1768 bis 1847).

Informationen

Standort

Synagoge – Dr. I. E. Lichtigfeld-Museum
Mauerstraße 19
64720 Michelstadt

Eigentümer

Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen KdöR

Träger

Magistrat der Stadt Michelstadt
Frankfurter Straße 3
64720 Michelstadt

Telefon: +49 (0) 60 61 74-133
Fax: +49 (0) 60 61 74-178
E-Mail: kulturamt@michelstadt.de
Internet: www.michelstadt.de

Öffnungszeiten

Sonntag bis Donnerstag 14.30 bis 17.30 Uhr
Geöffnet 2 Wochen vor Ostern bis Ende Oktober; von November bis März zeitweise geöffnet.
Freitags, samstags sowie an den jüdischen Feiertagen ist die Synagoge geschlossen.

Außerhalb dieser Öffnungszeiten ist es möglich, Termine zum Besuch der Synagoge oder des Friedhofs mit Frau Annemarie Volkmer zu vereinbaren: Telefon +49 (0) 6061 92 21 02.

Führungen

Termine können mit dem Odenwald- und Spielzeugmuseum vereinbart werden.
Telefon: (06061) 70 61 39
Fax: (06061) 70 39 83
E-Mail: odenwaldmuseum@michelstadt.de

Zuständiges Referat

Dieses Thema wird von Referat 2/III bearbeitet.