Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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Gudensberg

Kulturhaus Synagoge Gudensberg

Die ehemalige Synagoge in Gudensberg

Die ehemalige Synagoge in der Hintergasse 21 (siehe Wegweiser „Kulturhaus Synagoge“), das bau- wie kulturgeschichtlich bedeutsamste erhaltene Synagogengebäude im Schwalm-Eder-Kreis, wurde im November 1995 nach mehrjähriger Restaurierung als Kulturhaus der Öffentlichkeit übergeben. Im Jahr 1843 eingeweiht, war die frühere Synagoge bis zur Vertreibung der letzten Gudensberger Juden im Jahr 1938 der Mittelpunkt des religiösen und kulturellen Lebens der jüdischen Gemeinde gewesen. Danach wurde das Gebäude an einen Geschäftsmann verkauft und jahrzehntelang als Lagerhaus genutzt. Der Kauf durch die Stadt 1990 beendete den bereits weit fortgeschrittenen Verfall des seit 1985 unter Denkmalschutz stehenden Hauses und machte den Weg frei für seinen Erhalt.

Der Innenraum

Die ehemalige Synagoge ist ein Ort der Erinnerung, seine Nutzung ausschließlich als Gedenk- und Dokumentationsstätte ließ sich jedoch nicht realisieren. Im Erdgeschoß befinden sich die Geschäftsräume des DRK-Ortsvereins. Die erste Etage, welche auch für Konzerte, Vorträge und andere kulturelle Veranstaltungen genutzt wird, ist an die Musikschule Schwalm-Eder-Nord vergeben. Auf der Empore befindet sich eine Dauerausstellung zur Geschichte der jüdischen Gemeinde und der Synagoge von Gudensberg. Die deutsch-israelische Künstlerin Dina Kunze, selbst Kind zweier Auschwitz-Überlebender, gestaltete das aus Sandstein gefertigte Denkmal vor dem Eingang.

Die Dauerausstellung wurde vom Arbeitskreis Synagoge Gudensberg erstellt. Dessen Initiative ist es auch zu verdanken, dass das Synagogengebäude erhalten und restauriert wurde. Nach Erreichen dieses Ziels hat der Arbeitskreis sich in seiner bisherigen Form aufgelöst. Gleichwohl sind einige seiner Mitglieder in der historischen Forschung und Erinnerungsarbeit weiterhin aktiv. Inhaltliche Fragen zur Geschichte und Spurensuche, aber auch zu Kontakten mit Zeitzeugen können an Hans-Peter Klein unter der unten genannten Adresse gerichtet werden.

Publikationen

Arbeitskreis Synagoge Gudensberg: Aus dem Alltagsleben der jüdischen Gemeinde in Gudensberg. Bilder und Dokumente. Gudensberg 1988.

Arbeitskreis Synagoge Gudensberg: Reichspogromnacht 9. November 1938. Dokumentation der Redebeiträge zur Gedenkveranstaltung 9. November 1988. Gudensberg 1988.

Arbeitskreis Synagoge Gudensberg: Pressespiegel 1986 – 1996. Melsungen 1997.

Klein, Hans-Peter: Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde und der Synagoge von Gudensberg. Melsungen 1996.

Klein, Hans-Peter: Gudensberg – Auschwitz. Eine Spurensuche zur Geschichte der jüdischen Gemeinde von Gudensberg. Melsungen 1996.

Hillmann, Ursula / Klein, Hans-Peter: Schwarze Milch der Frühe. Eine Trauerarbeit zu Auschwitz. Ausstellungskatalog. Gudensberg 1996.

Informationen

Das Denk-Mal für die ehemaligen jüdischen Bürgerinnen und Bürger

Eintritt frei, Führungen nach Vereinbarung

Standort

Kulturhaus Synagoge Gudensberg
Hintergasse 21
34281 Gudensberg

Träger

Stadt Gudensberg
Kasseler Straße 2
34281 Gudensberg

Ansprechpartnerin

Monika Faupel (Stadtverwaltung)
Telefon: +49 (0) 56 03 93 30

Initiative

Arbeitskreis Synagoge Gudensberg e.V.

Vorsitzender

Hans-Peter Klein
Talblick 19
34212 Melsungen
Telefon und Fax: +49 (0) 56 61 5 36 70

Öffnungszeiten

nach Vereinbarung

Zuständiges Referat

Dieses Thema wird von Referat 2/III bearbeitet.