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200. Geburtstag Carl Remigius Fresenius

Wie kaum ein anderer steht er für hessischen Pionier-, Forscher-  und Erfindergeist. Sein Name symbolisiert wie die Comicfigur des Daniel Düsentrieb das unermüdliche naturwissenschaftliche Forschen. 

Carl Remigius Fresenius wurde am 28. Februar 1818 als Sohn eines Rechtsanwalts in Frankfurt a. M. geboren. Nach seiner Schulzeit begann der Abiturient 1836 eine Lehre in der Steinschen Apotheke in Frankfurt. Während dieser Zeit hörte er Vorlesungen von Rudolf Böttger in Chemie und Physik, entdeckte sein Interesse für die analytische Chemie und richtete sich im Gartenhaus seines Vaters ein kleines Labor ein. Nach seiner Lehrzeit studierte er Chemie an der Universität Bonn. Bereits im zweiten Semester 1841 verfasste er sein grundlegendes Werk „Anleitung zur qualitativen chemischen Analyse“, das später in zahlreichen Auflagen erschien. 1842 wechselte er an die Universität Gießen, zum damaligen Zentrum der Chemie, zu Justus von Liebig, bei dem er bis 1845 Privatassistent war. 1842 erhielt er den Doktortitel und 1843 habilitierte er als Privatdozent mit einer Arbeit über die quantitative Bestimmung von Arsen.

Im September 1845 wurde Fresenius als Professor für Chemie, Physik und Technologie an das herzoglich-nassauische Landwirtschaftliche Institut auf dem Hof Geisberg bei Wiesbaden berufen. Im Frühjahr 1848 eröffnete er in Wiesbaden sein eigenes chemisches Labor, das er später zur Fachakademie („Chemische Laboratorium Fresenius“) ausbaute. 1862 wurde im chemischen Laboratorium die sogenannte „Pharmazeutische Lehranstalt“ gegründet. Dank seines pädagogischen Talents bildete er zahlreiche Chemiker aus, die in der Folge bedeutende Unternehmen gründeten. 

In seinem Labor entwickelte Fresenius Methoden zur qualitativen und quantitativen Bestimmung der Inhaltstoffe in verschiedenen Mineralwässern, in Soda und Metall-Legierungen, ebenso wurden u.a. Obstarten, Mosten, Weine oder nassauische Tone untersucht. 

Auch politisch war er aktiv, u.a. als Mitglied der nassauischen Abgeordnetenkammer (1848-1851) und Mitglied des Kommunallandtags für den Bezirk Wiesbaden sowie des Provinziallandtags für die Provinz Hessen-Nassau (1893-1897). Aufgrund seiner Verdienste für die Stadt wurde er zum Ehrenbürger von Wiesbaden ernannt.

Fresenius starb am 11. Juni 1897 in Wiesbaden. Seine beiden Söhne führten nach seinem Tod sein Laboratorium mit seinem Schwiegersohn fort. 

Die heutige Hochschule Fresenius entwickelte sich aus dem Chemischen Laboratorium Fresenius und blickt auf über 170 Jahre Bildungstradition in privater Trägerschaft in Deutschland zurück. Sie ist damit die älteste Bildungsinstitution dieser Art im Bereich Chemie. Im Sinne ihres Gründers Carl Remigius Fresenius verbindet sie Lehre, Forschung und Praxis und ist an verschiedenen Standorten, in Hessen in Frankfurt a.M., Idstein und Wiesbaden, vertreten. 

Zur Erinnerung an Professor Dr. Carl Remigius Fresenius wurde 1961 der Fresenius-Preis gestiftet. Er wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich besondere Verdienste um die wissenschaftliche Entwicklung und um die Förderung der analytischen Chemie erworben haben.

Bis zum 20. Januar 2019 ist im Museum Wiesbaden in Zusammenarbeit mit der Hochschule Fresenius eine Ausstellung über sein Leben und seine Errungenschaften zu sehen.