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„Weltkrieg und Revolution“

Hans Sarkowicz (li) im Gespräch mit Sönke Neitzel

Zwischen 1914 und 1918 tobte in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und in Ostasien der erste totale Krieg, der über neun Millionen Menschenleben forderte und das alte Mächtesystem zerstörte. Im Ersten Weltkrieg entluden sich die machtpolitischen Gegensätze der europäischen Großmächte. Die Technisierung des Kampfes mit neuen tödlichen Waffen, wie Panzer, U-Boot und Flugzeug, löste den Kampf von Mann zu Mann ab. Die Hoffnungen der Großmächte auf einen schnellen glorreichen Sieg wurden bald bitter enttäuscht. Die Deutschen gingen davon aus, dass der Krieg wie der „Spaziergang nach Paris“ nur sehr kurz sein würde. Infolgedessen kam es zu keinen zentralen organisatorischen Vorkehrungen des Reiches hinsichtlich finanzieller, kriegsmaterieller und ziviler Ressourcen. Zum Ende des Krieges stürzte die alte Ordnung ein, drei Kaiserreiche zerbrachen und die USA stiegen zur Weltmacht auf. Neue Staaten entstanden und der Grundstein für den Zweiten Weltkrieg wurde gelegt. Mit Beendigung des Ersten Weltkrieges befanden sich 25 Staaten und deren Kolonien im Kriegszustand. Aufgrund der Verwerfungen, die der Krieg weltweit auslöste und der noch heute spürbaren Folgen, gilt er bei vielen Historikern als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“.

Blick ins Auditorium

Unter den Fragen von Hans Sarkowicz beschrieb Sönke Neitzel, Professor für Neuere und Neuste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Fachberater der ZDF-Redaktion „Zeitgeschichte“, Hintergründe, Pläne und politische Ideen, die zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führten und seinen Verlauf beeinflussten. Er erläuterte dem interessierten Publikum verschiedene Kriegsschauplätze und zeigte dessen Entwicklungen auf. Neben den militärischen und politischen Interventionen, nahm er auch Bezug auf die katastrophale Versorgungslage in Deutschland und das Leid der Bevölkerung.

Eingebettet in den außen- und innenpolitischen Kontext und auf dem neuesten Stand der internationalen Forschung skizziert Sönke Neitzel in seinem Buch die Rolle Deutschlands vom Kriegsausbruch im Juli 1914 bis hin zur Revolution 1918/19.

Zuständiges Referat

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