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Literatur und Politik: "Ende der Artenvielfalt?"

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Nach der Begrüßung durch den HLZ-Referatsleiter Jürgen Kerwer begannen Professor Reichholf und Moderator Manfred Ladwig ihre Analyse, indem sie die verschiedenen Darstellungen und Auffassungen des Begriffs „Natur“ näher beleuchteten. Aus religiöser Sicht wäre in Anlehnung an die „Vertreibung aus dem Paradies“ der Mensch schlecht und die Tiere gut für die Natur. Dies ließe sich z.B. daran festmachen, dass das Baumfällen durch einen Menschen einen „Eingriff“ darstelle, während es sich beim „Fällen“ eines Baums durch einen Bieber nur um eine „natürliche Veränderung“ handele.

Eine andere Auffassung des Begriffs wiederum schaffe Distanz und Entfremdung zwischen Mensch und Natur, da der Mensch mit Fernglas bewaffnet und über abgesperrte, befestigte Wege die Natur beispielsweise im Wald nicht direkt erfahren könne. Durch die damit geschaffene Distanz zwischen Mensch und Natur würde weder Respekt noch Bewusstsein für die Interaktion beider gefördert werden, so Reichholf weiter. Er betonte, dass diese Distanz über die letzten Jahrzehnte stetig gewachsen sei, was nicht zuletzt an der Vielzahl der schulischen Wandertage zu erkennen wäre. Wurde in früheren Jahren selbstverständlich nach der Schule im Garten oder im Wald gespielt, würden Kinder heutzutage oft nur noch an diesen Wandertagen tatsächlich in den Wald und in die freie Natur kommen und diese erforschen.

Die Koexistenz der großen Artenvielfalt auf dem Globus werde durch die Siedlungsdichte gewährleistet, so der Professor im nächsten Schritt. Tatsächlich sei die Seltenheit einer Art die Vorraussetzung bei einer hohen Artenvielfalt auf engen Raum für deren Fortbestand. Artenvielfalt sei daher die Antwort des Lebens bzw. der Natur auf Mangelverhältnisse.

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Dieses Thema wird von Referat 2/V bearbeitet.