Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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Kolloquium: Die Battenbergs – eine europäische Familie 26./27. Oktober 2018 auf Schloss Heiligenberg

Jugenheim/Schloss Heiligenberg, 27.10.2018 – Am 26./27. Oktober 2018 fand auf Schloss Heiligenberg in Jugenheim zum ersten Mal überhaupt ein Kolloquium über die Familie Battenberg statt. Die aus England, Bulgarien und Deutschland angereisten Referentinnen und Referenten setzten sich in ihren Vorträgen vor allem mit einzelnen Mitgliedern der Battenberg-Familie und ihren Verzweigungen in den europäischen Adel hinein auseinander. 

Bei der Begrüßung verwies der Vorsitzende der Stiftung Heiligenberg Jugenheim, Dr. Joachim Horn, auf die erfolgreichen Renovierungsarbeiten in den letzten Jahren, die nach der Gründung der Stiftung 2007 mit der Sanierung des Russenhauses (mit Museum) begann und seine Fortsetzung mit dem Badehaus erfuhr. Als nächstes Projekt stehe die Instandsetzung der Gärtnervilla an. Der Heiligenberg sei mittlerweile zu einem Besuchermagneten geworden, wie Dr. Horn abschließend betonte.

Der Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, Dr. Alexander Jehn, ging in seinen Begrüßungsworten auf Prinz Alexander von Hessen und seinen Charakter ein, der sich aufgrund seines diplomatischen Geschicks geradezu prädestinierte für eine europäische Familienpolitik der Battenbergs. Dr. Jehn bedankte sich mit seinen Schlussworten als Mitveranstalter besonders bei Rainer von Hessen und Jürgen Kerwer für die tatkräftige Unterstützung und Vorbereitung sowie bei Dr. Bernd Heidenreich als Mitinitiator.

Ashley Hicks, der Enkel von Earl Louis Mountbatten von Burma und Großcousin von Prinz Charles, berichtete mit britischem Humor von seinem Besuch auf Schloss Heiligenberg gemeinsam mit seinem Großvater vor rund 40 Jahren. Die Kinderzimmer und Wohnräume der Familie seien damals fast alle leer gewesen. Amüsant waren die Ausführungen von Mr. Hicks, als er über das Verrücken von Möbeln seiner Familie von einem zum anderen Flügel des Schlosses bzw. dem Versuch berichtete, als eine Verwandte versuchte, ein Sofa durch die Tür zu schieben, was aber nicht gelang.

Als letzter Redner zur Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprach Seine Majestät König Simeon II., der Enkel von König Ferdinand I. von Bulgarien. Er warf einen Blick zurück auf die Geschichte seiner Familie in Bulgarien, auf die Zeit im Exil und die Rückkehr nach dem Ende des kommunistischen Regimes und seine Zeit als Ministerpräsident von Bulgarien (2001 bis 2005 unter dem Namen Sakskoburggotski). Ihm sei es wichtig, so Seine Majestät weiter, dass man aus der Geschichte lernen und dabei nicht den emotionalen, sondern rationalen Weg einschlagen solle. Schließlich betonte er die große Bedeutung der Europäischen Union für Bulgarien. Bulgarien sei zu 100 % europäisch und fühle sich gut in der Europäischen Union integriert. Gleichzeitig wolle und solle man aber auch gute Beziehungen zu Russland pflegen.

Moderiert wurden die beiden Tage von Hans Sarkowicz, dem Leiter des Ressorts Kultur, Bildung und künstlerisches Wort beim Hessischen Rundfunk (hr2), der den Tagungsteilnehmerinnen und Tagungsteilnehmern nach einem Vortrag die Möglichkeit gab, Fragen zu stellen. Was auch rege genutzt wurde und zum Teil zu einem spannenden Austausch zwischen den Experten führte.

Die Vorträge am ersten Tagungstag wurden eingeläutet von Rainer von Hessen, der einen großen Bogen über die Geschichte der Battenbergs spann. Danach folgten Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll mit den „Möglichkeiten und Grenzen dynastischer Netzwerkbildung im 19. und frühen 20. Jahrhundert“ sowie Dr. Rainer Maaß mit seinem Beitrag über die „Großherzogin Wilhelmine von Hessen und bei Rhein und dem Heiligenberg“.

Am Nachmittag ging Dr. Lupold von Lehsten auf Spurensuche von „August Freiherr von Senarclens-Grancy“. „Prinz Alexander von Hessen und Rhein und Prinzessin Julie von Battenberg“ standen bei dem Vortrag von Prof. Dr. Frank Lorenz Müller im Mittelpunkt.

Frau Prof. Dr. Barbara Dölemeyer analysierte die Tagebücher von „Fürstin Marie von Erbach-Schönberg“. Zum Abschluss des ersten Tages sprach Prof. Dr. Vladimir Zlatarsky aus Sofia über „Fürst Alexander I. von Bulgarien“.

Der zweite Tag des Kolloquiums begann mit einem Referat von Prof. Dr. John C. G. Röhl aus Sussex über „Prinz Alexander von Battenberg“, dem eine ausführliche Diskussion zu diesem und dem Abschlussvortrag des ersten Tages folgte. Danach referierten Charlotte M. Zeepvat aus Sussex über „Prinz Heinrich von Battenberg und Prinzessin Beatrice von Großbritannien“, Prof. Dr. Matthew S. Seligmann von der Brunel University London über „Prinz Louis von Battenberg – First Sea Lord“, Hugo Vickers aus London über „Prinzessin Viktoria Mountbatten“, Rainer von Hessen (für Philip Ziegler, der erkrankt war) über „Albert Viktor Louis, Earl Mountbatten von Burma“ und Thomas Kielinger aus London über „Philip Herzog von Edinburg und das Haus Mountbatten-Windsor“.

Zum Abschluss diskutierten Hans Sarkowicz, Dr. Alexander Jehn und Dr. Joachim Horn über den Verlauf und die behandelten Themen der Tagung und fassten die Ergebnisse zusammen. 

Im Frühjahr 2019 wird ein Tagungsband erscheinen, der sämtliche Vorträge beinhalten wird.

Weitere Informationen zur Stiftung Heiligenberg Jugenheim und dem Schloss Heiligenberg finden Sie unter http://www.heiligenberg-jugenheim.de/