Hessische Landeszentrale für politische Bildung
HLZ – Politische Bildung in und für Hessen
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Themenwoche „70 Jahre Kriegsende und demokratischer Neubeginn in Hessen“

„Befreier, Besatzer, Beschützer – Demokratischer Wiederaufbau unter amerikanischem Schutzschirm“

Am 23. November 2015 war im Rahmen der Themenwoche „70 Jahre Kriegsende und demokratischer Neubeginn in Hessen“ Prof. Dr. Walter Mühlhausen zu Gast in der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung in der Taunusstraße 4-6, in 65183 Wiesbaden.

Der erste Vortrag „Befreier, Besatzer, Beschützer – Demokratischer Wiederaufbau unter amerikanischem Schutzschirm“ der Themenwoche handelte von der US-amerikanischen Militärregierung und ihrer Rolle beim Wiederaufbau der Demokratie in Hessen. Wichtige Pfeiler der Demokratisierung in Hessen waren neben der Entnazifizierung zum einen die Etablierung eines zunächst Vierparteiensystems, der Aufbau eines demokratischen Pressewesens, die Entwicklung einer pluralistischen Gesellschaft sowie in diesem Zusammenhang die politische Bildung im Rahmen der Schulen. Zudem war die Ausarbeitung einer neuen Verfassung ein zentraler Bestandteil der Demokratisierung. Die hessische Verfassung von 1946 gilt als Basis des Grundgesetztes der BRD. Hessen war mit seiner Landesverfassung einer der stabilsten Pfeiler, als es zur Verabschiedung des Grundgesetzes der BRD im Jahre 1949 kam.


Themenabend „Die Hessische Verfassung - Werden und Wirkung“

Am 24. November 2015 fand im Rahmen der Themenwoche „70 Jahre Kriegsende und demokratischer Neubeginn in Hessen“ in der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung der Themenabend „Die Hessische Verfassung - Werden und Wirkung“ statt. Der Abend startete mit dem Vortrag „Demokratischer Aufbau auf Trümmern“ von Dr. Andreas Hedwig (Direktor Hessisches Staatsarchiv Marburg, Leiter Landesarchiv Hessen), der die Entstehung der Landesverfassung schilderte. Eine neu zu fassende demokratische Grundordnung bezog sich nicht nur auf organisatorische und politische Strukturen und Institutionen, sondern auch auf gesellschaftliche Grundsätze, die ein sozial und wirtschaftlich gerechtes Zusammenleben ermöglichen sollte. 

Im Anschluss wurde in einer anregenden, teilweise kontroversen Diskussion im Rahmen eines Podiumsgespräches die Verfassung auf den Prüfstand gestellt. Hier diskutierten Mitglieder des Staatsgerichtshofes, Michaela Kilian-Bock, Paul Leo Giani und Rupert von Plottnitz sowie Dr. Andreas Hedwig und Prof. Dr. Walter Mühlhausen (Geschäftsführer Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg) vor allem die Frage, ob die Verfassung noch zeitgemäß oder ergänzungsbedürftig ist. Die Diskussion, auch unter Einbeziehung des Publikums, wurde von Herrn Christian Stang (Wiesbadener Kurier) moderiert. 

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„Wie es damals war“-Erinnerungen von Jugendlichen an die Nachkriegszeit

Am Mittwoch, den 25. November 2015 waren Schülerinnen und Schüler der Diltheyschule, Wiesbaden, Dr. Ute Preuße-Hüther (Fachbereichsleiterin der Diltheyschule) sowie Prof. Dr. Walter Mühlhausen (Geschäftsführer Stiftung Reichspräsident-Friedrich Ebert-Gedenkstätte, Heidelberg) zu Gast in der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, Taunusstraße 4-6 in 65183 Wiesbaden. 

Die Schülerinnen und Schüler lasen im Rahmen des Vortrages „Wie es damals war“-Erinnerungen von Jugendlichen an die Nachkriegszeit autobiografische Texte von Kindern und Jugendlichen aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit vor. Moderiert wurde die Veranstaltung von Hans Sarkowicz (Leiter des hr2 Ressorts Literatur und Hörspiel beim Hessischen Rundfunk). Einen eindringlichen Einblick in die Nachkriegszeit aus der Perspektive damaliger junger Menschen bekamen die Schülerinnen und Schüler ebenfalls über Tonaufnahmen von geführten Interviews mit Jugendlichen aus der Nachkriegszeit. Im Anschluss hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, untereinander und mit Herrn Prof. Mühlhausen sowie Herrn Sarkowicz noch einmal intensiv ins Gespräch zu kommen. 


„Kinder, Kohle und Kartoffeln… und noch mehr. Frauen und Frauenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg in Hessen“

Am Donnerstag, den 26. November 2015 waren im Rahmen der Themenwoche „70 Jahre Kriegsende und demokratischer Neubeginn in Hessen“ Frau Dr. Kerstin Wolff (Forschungsreferentin Archiv der deutschen Frauenbewegung, Kassel) und Frau Dr. Elke Schüller (freiberufliche Sozialwissenschaftlerin, Frankfurt) als Referentinnen zu Gast in der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, Taunusstraße 4-6 in 65183 Wiesbaden. Moderiert wurde der Vortrag mit anschließender Diskussion von Frau Anke Hollingshaus (Wiesbadener Kurier/Wiesbadener Tagblatt). 

Der Vortrag „Kinder, Kohle und Kartoffeln… und noch mehr. Frauen und Frauenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg in Hessen“ mit anschließender Diskussion behandelte die Entwicklung der Rolle der Frau nach dem Zweiten Weltkrieg. Frauen kommen in der Gedenkbewegung oft nur im Zusammenhang der Trümmerfrauen vor, deren Bilder hauptsächlich in Berlin entstanden sind. Jedoch waren sie nicht nur am Wiederaufbau der Städte mit Schaufel und Hacke beteiligt, sondern ebenso am politischen und sozialen Wiederaufbau. Durch das stark rezipierte Bild der Trümmerfrauen wurden diese Frauen in der Gedenkbewegung häufig vergessen. Die Referentinnen schilderten am Beispiel der unterschiedlichen Lebensläufe dreier Frauen, die zum einen als Politikerin, Aktivistin der Frauenbewegung und auch in den Medien ihre Rolle als Staatsbürgerinnen neu bestimmten. 

Zuständiges Referat

Dieses Thema wird von Referat 2/V bearbeitet.