Hessische Landeszentrale für politische Bildung
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Symposium: "Die Stadt und das Geld. Frankfurter private Bankhäuser im Wandel der Geschichte"

Am 11. November 2013 fand im Frankfurter Karmeliterkloster ein gemeinsames Symposium des Instituts für Stadtgeschichte Frankfurt und der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung statt. Unter der Überschrift „Die Stadt und das Geld – Frankfurter private Bankhäuser im Wandel der Geschichte“ ging es darum, den Aufstieg und die Entwicklung von vier großen Frankfurter Privatbanken zu beleuchten. Im Einzelnen waren das: Bankhaus Gebr. Bethmann, Bankhaus Georg Hauck & Sohn, Bankhaus B. Metzler seel. Sohn & Co sowie die Familie Rothschild.

Nach der Begrüßung durch die Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte, Frau Dr. Evelyn Brockhoff, führte der Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, Herr Dr. Bernd Heidenreich, in die Tagung ein.

"Wir brauchen gerade heute die Rückbesinnung auf Werte und Traditionen wie sie in den Frankfurter privaten Bankhäusern gepflegt werden, für deren Geschäftsmodell Seriosität, Verlässlichkeit und Vertrauen wichtiger sind, als der gierige Blick auf den schnellen Euro und die höchste Rendite", sagte Heidenreich.

Die Geschichte der Frankfurter Privatbanken belege eindrucksvoll, wie diese Werte in Jahrhunderten gewachsen sind und sich zu Unternehmenskulturen verdichtet haben, die gerade heute vorbildlich seien. Sie würden von Familien getragen, für die Gemeinwohl und Gemeinsinn immer Vorrang hätten, vor einer Gewinnmaximierung um jeden Preis.

"Diese Familien haben den wirtschaftlichen Erfolg ihrer Bankhäuser und ihre herausgehobene Stellung in der Stadtgesellschaft stets als Auftrag empfunden, sich für ihre Stadt zu engagieren. Sie haben über viele Generationen in unterschiedlichsten Funktionen Verantwortung für das Gemeinwesen übernommen. Die Kultur der Stiftungen und des bürgerlichen Mäzenatentums, von der Frankfurt noch heute zehrt, wäre ohne sie nicht vorstellbar. Deshalb können die Familien Metzler, Bethmann und Hauck bis in die Gegenwart als kollektive und individuelle Vorbilder für eine Stadtgesellschaft gelten, die nicht vom hemmungslosen Egoismus der Einzelinteressen, sondern vom Gemeinsinn der Bürgerschaft getragen wird. Indem wir uns heute mit ihrer Geschichte beschäftigen, leisten wir im besten Sinne des Wortes politische Bildung", sagte Heidenreich.

Den thematischen Einstieg gab Prof. Werner Plumpe, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaft- und Sozialgeschichte an der Goethe-Universität Frankfurt, mit einem Vortrag zu Frankfurts Entwicklung zur Bankenmetropole.

Neben Plumpe referierten:

Dr. Verena von Wiczlinski, Lehrkraft für besondere Aufgaben am Historischen Seminar der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Marc Balbaschewski, Leiter des Archivs des Bankhauses Hauck & Aufhäuser.

Stefan Ohmeis, Firmenhistoriker des Bankhauses Metzler

Fritz Backhaus, stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums in Frankfurt.

Die Moderation lag in den Händen von Gerald Braunberger, Leiter des Ressorts Finanzmarkt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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